Die Arlo Pro 4 überzeugte im Test

Arlo Pro 4 im Test: Intelligente Kamera mit nützlichen Extras

Arlo kann als Pionier der kabellosen Überwachungskameras bezeichnet werden. Das Unternehmen erkannte die Vorteile eines komplett kabellosen Setups früh. Allerdings setzte das System von Arlo bis anhin ein sogenannter Hub voraus, worüber alle Überwachungskameras kommunizierten. Dieser Hub ist inzwischen Vergangenheit: Die neuen Arlo-Kameras können ganz ohne Hub betrieben werden.

Einer dieser neuen Überwachungskameras ist die Arlo Pro 4. Sie verbindet sich mit dem heimischen Netzwerk ganz bequem über ein bestehendes WLAN. Dank Akku kann die Kamera flexibel eingesetzt werden. Darüber hinaus bietet die Arlo Pro 4 unter anderem eine knackig scharfe 2K-Auflösung mit HDR, eine Objekterkennung und ein integriertes LED-Scheinwerfer samt mehr oder weniger lauter Sirene.

Was die intelligente Überwachungskamera, welche zum Zeitpunkt des Tests um die 200 Franken kostete, sonst noch alles zu bieten hat, erfährst du in unserem Test.

Der Lieferumfang der Arlo Pro 4
Lieferumfang: Alles dabei | Bild: vybe

Erster Eindruck und Inbetriebnahme

Die Arlo Pro 4 ist erfreulich kompakt. Die Aussenseite besteht grösstenteils aus weissem Kunststoff, nur die Front ist in Schwarz (ebenfalls aus Kunststoff) gehalten. Die ganze Konstruktion macht einen wertigen Eindruck und ist komplett wetterfest. Die Kamera kann somit problemlos im Aussenbereich eingesetzt werden. Optional kann unter anderem ein langes Outdoor-Ladekabel oder ein Solar-Panel dazu gekauft werden.

Über das Gewinde lässt sich die Kamera positionieren. Alternativ auch magnetisch
Entweder magnetisch oder über ein Gewinde lässt sich die Kamera positionieren | Bild: vybe

An der Unterseite der Kamera befindet sich ein magnetischer Anschluss für das Ladekabel. Damit lässt sie sich auf Wunsch dauerhaft mit Strom versorgen. Arlo setzt dafür leider auf einen proprietären Anschluss. Die Arlo Pro 4 kann wahlweise magnetisch (eine Halterung liegt bei) oder über ein Schraubgewinde an einem beliebigen Ort fixiert werden. Dübel und Schraube werden mitgeliefert.

An der Unterseite befinden sich die Lade-Pins und eine Taste
An der Unterseite befinden sich die Lade-Pins und eine Taste | Bild: vybe

Der Akku lässt sich erfreulicherweise austauschen – was in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr ist und ein echter Mehrwert darstellt. Arlo verkauft auch optionale Akkus, so dass die Kamera fürs Laden nicht zwingend abmontiert werden muss. Eine passende Ladestation für die Akkus gibt es natürlich auch als Zubehör bei Arlo zu kaufen.

Arlo Pro 4 mit geöffnetem Gehäuse
Die Arlo Pro mit geöffnetem Gehäuse.| Bild: vybe

Ehrlich gesagt, musste ich kurz nachschlagen, wie das Gehäuse überhaupt geöffnet wird. Der Knopf an der Unterseite ist die Lösung: Etwas fester drücken und schon lässt sich das weisse Kunststoff-Gehäuse abnehmen und der Akku einsetzen bzw. entfernen. Der Akku hält laut Arlo übrigens zwischen 3 bis 6 Monate – je nach dem, wie stark die Kamera beansprucht wird.

Die Inbetriebnahme gestaltet sich denkbar einfach. Die Kamera lässt sich über einen Knopfdruck in den Kopplungsmodus bringen. Anschliessend führt der Setup-Up-Assistent der Arlo Secure App (für iOS und Android) durch den Installationsprozess. Dabei muss das WLAN-Passwort angegeben und ein QR-Code auf dem Smartphone mit der Kamera gescannt werden. Der Rest wird automatisch erledigt.

Kleiner Grössenvergleich mit der Google Nest Cam
Grössenvergleich: Links Google Nest Cam, rechts Arlo Pro 4 | Bild: vybe

Die Kamera kann unabhängig von einem Hub verwendet werden, sofern man auf Apples HomeKit und auf eine etwas bessere Reichweite verzichten kann. Wer jedoch auch HomeKit nutzen möchte, muss zwingend den Hub für ca. 170 Franken dazu kaufen. Ansonsten verbindet sich die Arlo Pro 4 via 2,4 GHz-WLAN.

Volle Funktionsumfang nur mit Abo

Vor dem Kauf der Arlo Pro 4 muss man sich bewusst sein, dass der volle Funktionsumfang nur mit einem kostenpflichtigen Abonnement genutzt werden kann. Ist kein Abo aktiv, gibt es keinen Speicher für Videoaufzeichnung und keine Objekterkennung. Tatsächlich kann ohne Abo nur auf den Live-Stream zugegriffen werden und die Kamera versendet Benachrichtigungen bei Bewegung auf das Smartphone.

Und wie hoch fallen die laufenden Kosten aus? Nun, in der Schweiz kostet das günstigste Abo für eine Kamera pro Monat 3,49 Franken. In Deutschland sind es übrigens 2,99 Euro. Wer mehrere Arlo-Kameras im Einsatz hat, muss mit 11,49 Franken bzw. 9,99 Euro pro Monat rechnen. Dafür erhält man 30 Tage Cloud Video-Speicher, Zugriff auf Objekterkennung inkl. Pakete, individuelle Benachrichtigungen und einiges mehr.

Die ersten drei Monate „Secure Plan“ schenkt Arlo beim Kauf einer neuen Überwachungskamera.

Folgend die detaillierte Übersicht:

Grafik der Abopreise bei Arlo
Screenshot: Arlo

Gelungene App ermöglicht einfache Bedienung

Die Überwachungskamera wird vollständig über die gelungene Arlo Secure App betrieben. Sie kann kostenlos über den Google Play Store (Android) und über den Apple AppStore (iOS) heruntergeladen und installiert werden. Über die App kann unter anderem auf den Live-Stream und die aufgezeichneten Videos zugegriffen, die Kamera aktiviert bzw. deaktiviert werden sowie das Spotlight (LED-Scheinwerfer) und die integrierte Alarmsirene aktiviert bzw. deaktiviert werden.

By-the-way: Die Überwachungskamera zeichnet nicht rund um die Uhr auf, sondern effektiv nur dann, wenn eine Bewegung oder ein Geräusch erkennt wird. Das ist bei Kameras mit Akku nichts ungewöhnliches und sorgt letztendlich für eine bessere bzw. längere Akkulaufzeit. Da die Bewegungserkennung der Arlo Pro 4 akkurat (auch bei Nacht) äusserst arbeitet, haben wir eine 7/24h-Aufzeichnung im Test nicht vermisst.

Der Starbildschirm in der Arlo Secure App
So präsentiert sich der Starbildschirm in der Arlo Secure App. | Screenshot: vybe

Wenn wir schon beim Thema Bewegungserkennung sind, gleich ein paar Worte dazu. Die Arlo Pro 4 kann zwischen verschiedenen Objekten/Ereignisse unterscheiden – sofern das korrekte (kostenpflichtige) Abonnement dazu aktiv ist. Die Kamera kann dann zwischen Personen, Tieren, Fahrzeugen, Pakete und sonstigen Bewegungen unterscheiden. Das funktionierte gut.

Arlo Pro 4 Bibliothek Ansicht Screenshot
In der Bibliothek werden die Aufnahmen übersichtlich dargestellt. | Screenshot: vybe

In der App kann darüber hinaus definiert werden, über welche Ereignisse man effektiv per Push-Benachrichtigung informiert werden möchte. Arlo hat sie durchaus intelligent umgesetzt. So lassen sich sogar „klassische Rauchmelder“ mit der Arlo Pro 4 „smart“ machen. Wie das geht? Nun, nimmt die Kamera den Alarm eines Rauchmelders wahr, kann sie automatisch eine Push-Benachrichtigung auslösen. Toll umgesetzt und wir können bestätigen, dass dies einwandfrei klappt.

Arlo Pro 4 Push-Benachrichtigungen Einstellungen
Push-Benachrichtigungen lassen sich detailliert konfigurieren. | Screenshot: vybe

Arlo hat eine sogenannte Geofencing-Funktion in der App integriert. Basierend auf der Position des Smartphones wird die Kamera dabei automatisch ein- und ausgeschaltet. Nähert man sich dem Haus/der Wohnung, wird die Kamera automatisch deaktiviert. Umgekehrt verhält es sich gleich: Wird das Haus/die Wohnung verlassen, schaltet sie sich automatisch „scharf“. Das hat im Test einwandfrei funktioniert.

Regeln lassen sich in der Arlo App definieren
In der Secure App von Arlo lassen sich diverse Regeln einstellen. | Screenshot: vybe

Die Videoaufzeichnungen können in der „Bibliothek“ angesehen, gelöscht oder als Favorit gesetzt werden. Sofern das passende Abo aktiv ist, wird dort gleich angezeigt, was genau (Person, Tier, Fahrzeug, Paket oder sonstige Bewegung) von der Kamera erfasst wurde. Die Aufnahmen werden innerhalb der App sehr schnell geladen. Sie können auf Wunsch lokal auf dem Smartphone abgespeichert werden.

Überzeugende Bild- und Tonqualität

Die Arlo Pro 4 bietet eine 2K-Aufösung mit HDR und ein grosses Sichtfeld von 160 Grad. Das Sichtfeld möchten wir an dieser Stelle besonders positiv hervorheben, da damit wirklich ein sehr grosser Radius abgedeckt wird. Zum Vergleich: Die Google Nest Cam, welche wir hier auch schon im Test hatten, bietet lediglich ein Sichtfeld von 135 Grad.

Mit 160 Grad ist die Arlo Pro 4 sehr weitwinklig
Die Kamera ist extrem weitwinklig | Screenshot: vybe

Die Bild- und Tonqualität ist insgesamt auf einem guten Niveau. Die Aufnahmen und der Live-Stream sind scharf und weisen klare sowie kontrastreiche Farben auf. Erfreulich: Auch bei Nacht sind die Videoaufnahmen gut. Allerdings hätte ich mir etwas mehr von der 2K-HDR-Auflösung erhofft. Der Unterschied zu einer guten 1080p-Kamera (FullHD) ist kaum bis gar nicht wahrnehmbar.

Der Live-Stream weist eine Verzögerung (Latenz) von ca. fünf Sekunden auf. Das ist ein Wert, der absolut in Ordnung geht und sich nicht von anderen, vergleichbaren Cloud-Überwachungssystemen unterscheidet.

Extras: LED-Scheinwerfer, Sirene und Notfall-Kontakte

Die Arlo Pro 4 hat ein LED-Spotlight integriert. Dabei handelt es sich um einen kleinen LED-Scheinwerfer. Der Scheinwerfer ist relativ stark, aber sollte und kann nicht mit einem Flutlicht gleichgestellt werden. Für das Beleuchten von einer üblich grossen Terrasse, reicht es aus. Zudem unterstützt die Arlo Pro 4 dank Spotlight auch farbige Nachtaufnahmen.

Die Kamera hat eine Sirene und ein LED-Scheinwerfer integriert
Die Arlo Pro 4 hat ein LED-Scheinwerfer und eine Sirene integriert | Bild: vybe

Die Überwachungskamera verfügt darüber hinaus eine integrierte Sirene. Sie lässt sich direkt über die App auslösen. Alternativ lassen sich auch Regeln in der App festlegen. Ein Beispiel: Wird eine Person von der Kamera erkannt, wird automatisch die Sirene ausgelöst und/oder das Spotlight eingeschaltet. Die Sirene ist jetzt nicht überaus laut, dürfte aber zur Abschreckung ausreichen.

Positiv: In der App lassen sich bis zu drei Telefonnummern hinterlegen. Sie können direkt über die App avisiert werden, sollte die Kamera mal Alarm schlagen und man nicht in der Nähe ist. Möglicherweise kann so ein Nachbar oder ein Kollege nachsehen, ob alles in Ordnung ist.

Die Arlo Pro 4
Bild: vybe

Das Testfazit zur Arlo Pro 4

Die Arlo Pro 4 ist eine kompakte und zuverlässige Überwachungskamera mit einer guten Bild -und Tonqualität (auch bei Nacht). Sie bietet ein überragendes Sichtfeld von 160 Grad, womit sie sich bestens für grössere Bereiche eignet. Hervorzuheben sind die nützlichen Extras, wie der LED-Scheinwerfer (Spotlight) und die integrierte Sirene, die zur Abschreckung eingesetzt werden können.

Gefallen hat uns auch die intuitiv nutzbare App von Arlo. Bis auf teilweise etwas schlampige Übersetzungen, lässt sie keine Wünsche übrig und man findet sich auf Anhieb zurecht. Da sich Arlo vom Basisstation-Zwang verabschiedet hat, lässt sie sich deutlich flexibler (und günstiger) einsetzen. Auch wenn die Reichweite und die Akkulaufzeit etwas darunter leidet, war das eine gute Entscheidung.

Die Benachrichtigungen landen sowohl auf einem Android-, als auch auf einem iPhone-Gerät ohne grosse Verzögerungen. Mit der Push-Benachrichtigung wird auch gleich ein Bildausschnitt weitergeleitet, so dass man schon da weiss, was in den eigenen Vierwänden vorsichgeht. Damit die Kamera auch gleich erkennt, was auf dem Bild zu sehen ist, wird ein kostenpflichtiges Abonnement vorausgesetzt.

Ein weiterer Vorteil ist der integrierte Akku. Damit lässt sich die Kamera je nach Nutzungsszenario während 3 bis 6 Monaten autark nutzen. Falls die Kamera irgendwo draussen eingesetzt wird, kann beispielsweise auch ein Solarpanel optional dazu gekauft werden. Damit lässt sich die Akkulaufzeit – je nach Jahreszeit – stark verlängern. Toll: Der Akku lässt sich spielendeinfach austauschen.

Und der Abo-Zwang ist dann auch unser grösster Kritikpunkt, obwohl dies von Arlo (und anderen Herstellern) eigentlich bereits bekannt ist. Ohne kostenpflichtiges Abo (ab 3,49 Franken / 2,99 Euro pro Monat) lässt sich die Überwachungskamera kaum gebrauchen. Wer sich die Arlo Pro 4 kauft, muss somit unbedingt die Folgekosten einkalkulieren.

Die Arlo Pro 4 gibt es aktuell (Stand: 3. Juni 2022) zum Preis von knapp 210 Franken zu kaufen.

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