Die neue Sunrise IPTV Box im Test: Klein, aber oho?

Anfang Oktober hat Sunrise nicht nur ein neues Kombi-Angebot lanciert, sondern auch ein brandneues Sunrise TV. Das neue Sunrise TV basiert auf der UPC TV-Plattform und setzt eine neue IPTV-Box voraus. Diese hat im Vorfeld in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ einen der begehrten reddot Awards abgestaubt. Laut Sunrise besteht sie aus 35 Prozent Recycling-Kunststoff und kommt gänzlich ohne Plastikverpackung aus. Zudem kann die TV-Box dank des geringen Stromverbrauchs von unter 5 Watt direkt über den TV-USB-Anschluss mit Strom versorgt werden.

Wir haben das neue Sunrise TV samt der nachhaltigen TV-Box in den letzten drei Wochen unter die Lupe genommen.

Phu, das Teil ist aber klein

Gut, ich wusste im Vorfeld, dass die neue Sunrise IPTV-Box deutlich kleiner als das Vorgängermodell ausfällt. Trotzdem war ich erstaunt über die kompakten Abmessungen. Die quadratische TV-Box misst nur sieben Zentimeter in der Länge und Breite und ist lediglich 1,5 Zentimeter dick. Oder in anderen Worten: Das Vorgängermodell, die Sunrise UHD TV Box, sieht dazu schon fast riesig aus.

Sunrise TV neu und alt
Die neue TV-Box (Schwarz) m Vergleich zur alten Box (Weiss)
Sunrise TV Lieferumfang
Alles dabei | Bild: vybe

In der Verpackung befindet sich alles, was zur Installation notwendig ist und zwar: Die TV-Box, eine Fernbedienung inkl. Batterien, ein HDMI-Kabel, ein LAN-Kabel und ein Netzteil mit USB-Kabel. Obwohl die Box prinzipiell direkt über den USB-Anschluss mit Strom versorgt werden kann, legt Sunrise also trotzdem ein Netzteil bei. Das, aus einem einfachen Grund: Das LAN-Kabel wird direkt am Netzteil und nicht an der TV-Box angeschlossen.

Tatsächlich gibt es an der TV-Box nur einen HDMI- und microUSB-Anschluss. Kleine Randnotiz an Sunrise: Bitte bei der nächsten Box auf USB-C wechseln. Das Netzteil wird somit vorausgesetzt, sofern du deine TV-Box nicht über WLAN mit deinem Router verbinden möchtest. Abgesehen von den zwei genannten Anschlüssen, ist auf der Vorderseite ein Power-Button vorzufinden. Damit lässt sie sich auf Wunsch bzw. bei Bedarf manuell neu starten.

Selbsterklärende Installation

Ganz vergessen. Im Lieferumfang befindet sich selbstverständlich auch eine Kurzanleitung. Sie hilft unter anderem bei der Verkabelung. Gut, wirklich schwierig ist das nicht und ich vermute mal, dass nur wenige Nutzer*innen wirklich darauf angewiesen sind. Letztendlich verfügt die TV-Box sowieso nur zwei Anschlüsse, somit sollte es bei der Verkabelung eigentlich zu keinen Problemen kommen.

Die grösste Herausforderung am neuen Sunrise TV ist die Eingabe des WLAN-Passworts, das „Old-School-mässig“ mit der Fernbedienung einzeln eingetippt werden muss. Hier hätte ich mir eine Lösung via QR-Code gewünscht, so wie es bei yallo TV elegant gelöst wurde. Ansonsten ist die Installation selbsterklärend. Ein Assistent führt dabei durch die 3-4 Schritte. Kurz darauf befinden wir uns dann auch schon auf dem neuen Home-Screen von Sunrise TV.

Die Installation ist im Endeffekt eine Sache, die in wenigen Minuten erledigt werden kann – selbsterklärend und einfach halt.

Klassische Fernbedienung mit Zahlenblock

Sunrise liefert die neue TV-Box mit einer klassischen Fernbedienung aus. Damit meine ich eine, die tatsächlich noch über einen vollwertigen Zahlenblock verfügt. Das hat schon fast ein „Nostalgiefaktor“ und ist in der Zeit, wo die Fernbedienungen immer weniger Tasten haben, eine durchaus willkommene Abwechslung. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist sie zudem kompakter und damit deutlich handlicher geworden.

Fernbedienung Sunrise TV
Macht, was sie soll: Die neue TV-Fernbedienung | Bild: vybe

In der Fernbedienung ist ein Mikrofon integriert, womit die TV-Box auch Sprachbefehle entgegennimmt. Wahnsinnig viele Sprachbefehle versteht sie zwar nicht, bei der Suche nach Filmen und Serien verrichtete sie insgesamt aber einen tadellosen Job. Mal sehen, ob Sunrise die Sprachbefehle künftig noch ausbauen wird. Eine kleine Inspiration vom Mitbewerber: Bei Swisscom TV können darüber sogar Smart-Home-Geräte gesteuert werden.

Übrigens: Die Fernbedienung kann direkt die Lautstärke deines TVs steuern und ihn ein- und ausschalten, sofern dieser diese Funktion unterstützt. In meinem Fall hat die TV-Box korrekterweise einen Samsung-TV erkannt. Somit musst du im besten Fall nicht mit zwei Fernbedienungen herumhantieren.

Die neue TV-Plattform von Sunrise ausprobiert

Home-Bereich von Sunrise TV
Bild: Sunrise

Ist alles korrekt verkabelt und installiert, kann das Fernsehvergnügen starten. Zuerst fällt einmal die neue Oberfläche vom neuen Sunrise TV auf. Sie wirkt modern, ist aufgeräumt und lässt sich intuitiv nutzen. Auf Eingaben mit der mitgelieferten Fernbedienung reagiert die TV-Box sehr direkt. Das ist kein Vergleich zum Vorgängermodell, die sich hier und da eine kurze Denkpause gönnte.

Insgesamt stehen über 275 Sender zur Auswahl, darunter viele in FullHD. Die gebotene Bild- und Tonqualität ist auf meinem Samsung-TV tadellos. Wer möchte, kann zusätzlich bis zu sechs Profile einrichten. Jedem Profil kann eine eigene Senderliste erstellt werden und auch die Empfehlungen sind individuell. Die Profile finde ich eine tolle Sache, vor allem grad für eine Familie oder WG.

App-Store Sunrise TV
Ziemlich spärlich, der App-Store für Sunrise TV | Bild: vybe

Ausgestrahlte Filme und Serien (Einzel- und Serienaufnahmen) können auf Wunsch in der Cloud gespeichert werden. Sunrise bietet dafür einen Speicherplatz von 2000 Stunden an. Bei den Aufnahmen gilt es zu beachten, dass sie standardmässig nach 60 Tagen automatisch gelöscht werden. Optional lässt sich die Dauer auf ein Jahr verlängern. Schade, denn so ist es trotzdem unmöglich eine Filmesammlung anzulegen.

Replay-TV gehört zu einem guten TV-Angebot in der heutigen Zeit einfach dazu. Und ja, beim neuen Sunrise TV fehlt diese Funktion auch nicht. Damit lässt sich auf allen verfügbaren Sendern sieben Tage zeitversetzt TV schauen. Die Nutzung der Replay-TV-Funktion ist denkbar einfach und gut umgesetzt. Sollte zudem das Verlangen bestehen, eine bereits ausgestrahlte Sendung doch noch aufzunehmen, ist dies problemlos möglich.

VOD-Plattform Sunrise TV
Der Video-on-Demand-Service von Sunrise TV | Bild: vybe

Es gibt einen digitalen Filmverleih (VOD), worüber zahlreiche Filme gegen eine Gebühr ausgeliehen werden können. Sollte das Angebot an abrufbaren Inhalten nicht ausreichen, stehen vorinstallierte Apps von Streaming-Plattformen wie Netflix, Sky Show und Amazon Prime Video bereit. Zusätzlich gibt es einen App-Store, der jedoch zum Zeitpunkt des Tests nur eine überschaubare Auswahl an Apps bot.

Was ich beim neuen Sunrise TV jedoch schmerzlich vermisst habe, ist die Teletext-Funktion. Ja, scheinbar gibt es beim neuen Sunrise TV keinen Teletext mehr – auch nicht HbbTV, wie es bei Swisscom der Fall ist, fehlt. Man darf mich als „altmodisch“ bezeichnen, doch hin und wieder habe ich den Teletext tatsächlich noch gerne genutzt. Das ist beim neuen Sunrise TV leider nicht mehr möglich.

Smartphone-App bietet Zugriff von unterwegs

Passend zur neuen TV-Plattform, hat Sunrise eine neue App für Smartphones veröffentlicht. Sie bietet im Grunde genommen denselben Funktionsumfang. Heisst, mobil hat man Zugriff auf alle TV-Sender, kann Aufnahmen planen/ansehen oder die sieben Tage Replay-Funktion nutzen. Mittels „Continued Watching“ kann eine Sendung nahtlos auf jedem Gerät angesehen werden.

Die Smartphone-App benötigt für meinen Geschmack noch etwas lange beim Start. Ist die App mal geöffnet, funktioniert sie dann tadellos und bietet eine gute Bild- und Tonqualität.

vybe Home-Screen Smartphone
Screenshot: vybe
TV-Übersicht
Screenshot: vybe
Senderübersicht
Screenshot: vybe

Testfazit zur neuen Sunrise TV Box

Die neue TV-Box ist klein, schnell und verbraucht obendrauf wenig Strom. Die neue TV-Oberfläche ist hübsch anzusehen und lässt sich dank der gelungenen Fernbedienung durch und durch intuitiv bedienen. Wie es sich für eine moderne TV-Plattform gehört, unterstützt das neue Sunrise TV diverse Streaming-Dienste wie Netflix oder Sky Show. Darüber hinaus können zahlreiche Titel kostenpflichtig im VOD-Store gemietet werden.

Ein Wehrmutstropfen ist die Sache mit der limitierten Aufnahmefunktion: Maximal ein Jahr lassen sich Inhalte in der Cloud speichern, danach landen sie im Nirvana. Schmerzlich habe ich zudem den Teletext vermisst. Ja, ich gehöre noch zu der Sorte, die den Teletext regelmässig nutzen.

Transparenzhinweis: vybe hat das neue Sunrise TV auf Einladung von Sunrise UPC getestet. In der Testphase durfte vybe das Angebot vollständig kostenlos nutzen.

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