Der neue Hyundai Ioniq 5

Diese fünf Elektroautos sind familientauglich

Als Familienvater kann ich aus Erfahrung sprechen: Ein Familienauto muss vor allem Platz bieten – sehr viel Platz. Der Kofferraum kann gar nicht gross genug sein, vor allem dann, wenn es mit dem Auto in die Ferien gehen soll. Doch auch die Rückbank darf nicht zu knapp bemessen sein, schliesslich wird sie von den Kindern mit Plüschtieren und Spielzeugen in Beschlag genommen.

Doch gibt es solche Familienkutschen überhaupt mit Elektroantrieb? Oder sind Elektroautos im 2021 einfach noch nicht familientauglich? Wir haben uns auf die Suche familientauglicher Elektroautos gemacht und sind fündig geworden.

Was gilt es beim Kauf eines Elektroautos für die Familie zu berücksichtigen?

Es gibt immer mehr Schnellladestationen in der Schweiz. | Bild: Fastned

Abgesehen vom Platzangebot im Kofferraum und auf der Rückbank, gibt es weitere wichtige Kriterien, welche bei der Anschaffung eines Elektroautos für die Familie erfüllt bzw. berücksichtigt werden sollten.

Platzangebot
Das wichtigste Kriterium habe ich schon mehrmals erwähnt – bewusst. Ein zu kleines Auto sorgt in einer Familie nur für Frust. Es ist wirklich dringend zu empfehlen, dass man sich das Kofferraumvolumen und das Platzangebot auf der Rückbank der verschiedenen Elektroautos ganz genau anschaut.

Reichweite
Was ich in meinem Freundeskreis immer wieder höre: Ein Elektroauto taugt nichts als Familienkutsche, da die Reichweite viel zu limitiert ist. Okay, ganz unrecht haben meine lieben Freunde dabei nicht. Tatsächlich hinkt die Reichweite bei Elektroautos nach wie vor den Verbrennern hinterher. Ganz so „schlimm“, wie es oftmals dargestellt wird, ist es dann aber doch nicht. Reichweiten von 400 bis 600 km sind keine Seltenheit mehr.

Ladeleistung
Als Kontra-Argument höre ich oft die langsame Ladegeschwindigkeit bei E-Autos. Ja, es ist in der Tat so, dass der Tankvorgang bei einem Verbrenner viel schneller abgeschlossen ist als bei einem Elektroauto. Allerdings gibt es auch da inzwischen grosse Fortschritte zu verzeichnen. Schnellladen von 10 auf 80 Prozent ist durchaus in unter 20 Minuten möglich, wie beispielsweise Hyundai beim IONIQ 5 zeigt.

Ladenetz
Es gibt kaum Möglichkeiten ein Elektroauto aufzuladen – stimmt das? Nein, natürlich nicht. In der Schweiz und in den umliegenden Ländern hat sich das Ladenetz in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Inzwischen gibt es vielerorts Ladestationen, teilweise auch gratis. Ebenfalls gibt es immer mehr Schnellladestationen, womit du dein Fahrzeug ziemlich flott aufladen kannst.

Bei einem Trip ins Ausland empfehlen wir dennoch, sich vorab über die Lademöglichkeiten zu informieren und allfällige Stopps direkt einzuplanen. Und ja, (ungeplante) Stopps gibt es bei einem Trip mit der Familie immer. Mal muss jemand aufs WC, mal muss sich jemand etwas bewegen.. es gibt immer Gründe für einen Stopp. Genau diese Stopps können dann direkt mit dem Laden des Elektroautos verbunden werden.

Preis
Ein neues Auto kostet Geld – egal, ob du es least, mietest oder gleich kaufst. Letztendlich ist also auch das liebe Geld ein Kriterium. In den letzten Jahren sind Elektroautos deutlich günstiger geworden. Das liegt auch daran, dass endlich auch die „grossen“ Automobilhersteller auf den Zug aufgesprungen sind. Inzwischen gibt es eine grosse und gute Auswahl an E-Autos, die auch für eine Familie bezahlbar sind.

Hyundai IONIQ 5

Der neue Hyundai Ioniq 5
Bild: Hyundai

Das Kofferraumvolumen von 527 Liter und einem kleinen Gepäckraum von 57 Liter (Heckantrieb) bzw. 24 Liter (Allradantrieb) unter der Fronthaube („Frunk“), ist jetzt nicht grad wahnsinnig üppig, sollte aber bei einer vierköpfigen Familie mit entsprechend viel Feriengepäck ausreichen.

Dank einer Reichweite von bis zu 485 Kilometern gemäss WLTP, kann mit dem IONIQ 5 auch eine längere Strecke am Stück gefahren werden. Geht der Akku zur Neige, lässt er sich mit bis zu 220 kW (DC) ziemlich flott mit Strom versorgen.

Hyundai bietet den IONIQ 5 wahlweise mit 58 oder 72,6 kW Akku an. Je nach Konfiguration, sprintet die Familienkutsche in nur 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Bei 185 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht bzw. abgeriegelt. Wer eine zügige Fahrweise bevorzugt, der sollte durchaus einen Blick auf den Hyundai werfen.

Das Wichtigste zum Hyundai IONIQ 5 auf einen Blick

  • Kofferraumvolumen: 527 Liter / 1591 Liter | 57 (Heckantrieb) bzw. 24 Liter (Allradantrieb) Fronthaube
  • Akku: wahlweise 58 oder 72,6 kWh
  • Reichweite WLTP: bis zu 485 km (72,6 kW)
  • Ladeleistung AC/DC: 11 / bis zu 220 kW
  • Systemleistung: bis zu 225 kW/305 PS
  • Preis: ab 44’900 Franken

VW ID.4 Pro Performance

Der VW ID.4
Bild: Volkswagen

Mit 543 Liter gibt es beim Volkswagen ID.4 Pro noch etwas mehr Kofferraumvolumen als beim Elektroauto von Hyundai. Dafür fällt beim VW ID.4 der Stauraum unter der Fronthaube weg. So gesehen, schenken sich die beiden Modelle in puncto Kofferraumvolumen nicht wirklich was.

Dank der grossen 77 kW Batterie im Pro-Performance-Modell, erreicht der Volkswagen ID.4 eine Reichweite gemäss WLTP von bis zu 522 Kilometern. Geladen wird anschliessend mit 11 kW (AC) bzw. mit bis zu 125 kW an der Schnellladestation deines Vertrauens.

Der Volkswagen ID.4 Pro Performance erreicht die 100 km/h innerhalb von 8,5 Sekunden. Die Spitze ist bei 160 km/h erreicht. Wer es schneller mag, der sollte einen Blick auf den ID.4 GTX werfen. Er sprintet in 6,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und sorgt damit für eine sportlichere Fahrweise.

Das Wichtigste zum VW ID.4 Pro Performance auf einen Blick

  • Kofferraumvolumen: 543 Liter
  • Akku: 77 kWh
  • Reichweite WLTP: bis zu 522 km
  • Ladeleistung AC/DC: 11/125 kW
  • Systemleistung: 150 kW/204 PS
  • Preis: ab 49’650 Franken

Skoda Enyaq iV 80

Bild: Skoda

Der Skoda Enyaq iV 80 bietet mit 585 Liter viel Stauraum im Kofferraum. Genau richtig für eine Familie also. Ansonsten gibt es kaum Unterschiede zwischen dem Skoda Enyaq iV 80, dem Volkswagen ID.4 und dem Audi e-tron Q4. Alle drei Elektroautos basieren auf der MEB-Plattform von Volkswagen.

Es überrascht dann auch nicht, dass die WLTP-Reichweite des Enyaq iV 80 mit 531 Kilometern ähnlich wie beim ID.4 und e-Tron Q4 ausfällt. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h ist sogar identisch und liegt bei 8,5 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit ist bei 160 km/h erreicht.

Auch Skoda bietet inzwischen eine sportlichere Variante des Enyaq iV 80 an. Die SportLine iV 80X ist das Schwestermodell vom ID.4 GTX und weist folgerichtig sehr ähnliche Leistungsdaten auf. Wer viel Wert auf noch hochwertigere Materialien im Innenraum setzt, der sollte einen Blick auf den Audi e-Tron Q4 werfen.

Das Wichtigste zum Skoda Enyaq iV 80 auf einen Blick

  • Kofferraumvolumen: 585 Liter
  • Akku: 77 kWh
  • Reichweite WLTP: bis zu 531 km
  • Ladeleistung AC/DC: 11/125 kW
  • Systemleistung: 150 kW/204 PS
  • Preis: ab 47’590 Franken

BMW iX3

Bild: BMW

Der neue BMW iX3 ist mit knapp 80’000 Franken preislich in einem deutlich höheren Segment als der Volkswagen ID.4 oder Hyundai IONIQ 5 angesiedelt. Wir sprechen hier von einem geräumigen SUV, der 2,2 Tonnen auf die Strasse bringt. Geräumig ist ebenfalls das Kofferraumvolumen von 510 Litern.

Trotz 80 kW Batterie kommt der BMW iX3 nicht über eine WLTP-Reichweite von 460 Kilometern heraus. Erste Fahrberichte im Netz sprechen tendenziell von deutlich weniger Reichweite, sofern man das Pedal nicht nur „streichelt“. Geladen wird mit bis zu 150 kW über eine Schnellladestation.

Der BMW iX3 beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 6,8 Sekunden. Kein schlechter Wert. Die Spitzengeschwindigkeit ist bei 180 km/h erreicht.

Das Wichtigste zum BMW iX3 auf einen Blick

  • Kofferraumvolumen: 510 Liter
  • Akku: 80 kWh
  • Reichweite WLTP: bis zu 460 km
  • Ladeleistung AC/DC: 11 / 150 kW
  • Systemleistung: 210 kW/286 PS
  • Preis: ab 78’900 Franken

Tesla Model Y

Familientaugliche Elektroautos gibt es nicht? Dem können wir nur widersprechen.
Bild: Tesla

Ab 62’000 Franken verkauft Tesla den E-SUV Model Y, der inzwischen auch in der Schweiz auf den Strassen rollt. Fahrer dieses Elektroautos in der Variante mit maximaler Reichweite (507 km, WLTP) dürfen sich auf eine tolle Beschleunigung (0 auf 100 km/h in 5 Sekunden) und einem hohen Topspeed (217 km/h) freuen.

Das Kofferraumvolumen gibt Tesla mit bis zu 1900 Liter an. Dieser Wert wird natürlich nur mit umgeklappter Rückbank erreicht. Das Model Y kann optional mit einer dritten Sitzreihe ausgestattet werden, das dann auf Kosten des ganzen Kofferraumvolumens. Es ist das einzige Modell in dieser Auflistung, das Platz für bis zu sieben Personen bietet.

Teurer, aber noch geräumiger (bis zu 840 Liter Volumen) ist das Tesla Model X. Hier startet der Preis bei 114’990 Franken.

Das Wichtigste zum Tesla Model Y auf einen Blick

  • Kofferraumvolumen: bis zu 1900 Liter mit umgeklappter Rückbank, keine weiteren Angaben vorhanden
  • Akku: 77 kWh
  • Reichweite WLTP: bis zu 522 km
  • Ladeleistung AC/DC: 11 / 125 kW
  • Preis: ab 62’000 Franken

Fazit: Ja, es gibt sie, die familientauglichen Elektroautos

Kia EV6 Heckansicht
Der Kia EV6 | Bild: Kia

Elektroautos sind nicht familientauglich? Ich glaube, dieses Argument haben wir mit dieser Auflistung aus der Welt schaffen können. Natürlich gibt es Elektroautos, die sich sehr wohl als Familienauto eignen.

Neben den fünf hier genannten Modelle, gibt es eine Vielzahl an weiteren guten Familien-E-Autos. Ich denke da beispielsweise an den Kia EV6, den Peugeot e-2008, oder wenn ganz viel Platz benötigt wird, an den Citroën ë-SpaceTourer.

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