Konkurrenz für DJI: Autel stellt neue Drohnen mit speziellem Feature vor

Der chinesische Technologiekonzern Autel Robotics ist hierzulande höchstens als Hersteller von Diagnose- und Kalibrierungsgeräten für die Automobilindustrie bekannt. Seit einiger Zeit möchte Autel aber auch im Drohnengeschäft im Hobbybereich Fuss fassen. Nun hat der Hersteller gleich vier neue Modelle vorgestellt, mit denen man DJI die User streitig machen möchte. Autel positioniert seine neuen Drohnen dabei vor allem gegen die DJI Mini 2 und die DJI Air 2S. Die neuen Drohnen hören auf die Namen Autel Evo Nano und Autel Evo Lite und kommen in jeweils zwei Ausführungen.

Autel Evo Nano und Autel Evo Nano+

Die beiden Evo-Nano-Modelle wiegen 249 Gramm und treten damit gegen die beliebte DJI Mini 2 an. Beide Ausführungen der Evo Nano sind mit dreiseitigem Obstacle Avoidance ausgerüstet. Damit können die Drohnen also vorne, hinten und unten Hindernisse erkennen – etwas, das die DJI Mini 2 nicht kann. Geschlagen geben müssen sich Autels Evo-Nano-Modelle dafür bei der Flugzeit: Mit 28 Minuten liegt man hier drei Minuten hinter der DJI Mini 2.

Autel Evo Nano Drohne mit Hinderniserkennung auf drei Seiten.
Bild: Autel

Beide Modelle haben eine Reichweite von zehn Kilometern mit einer Echtzeitübertragung zum Controller von 2,7k bei 30 fps. Gefilmt wird jeweils mit maxmal 4k und 30 fps. Das Plus verdient sich das bessere Modell mit einem grösseren Sensor: Während die Evo Nano einen 1/2-Zoll-Sensor mit 48 Megapixeln verbaut hat, wartet die Evo Nano+ mit einem 1.28-Zoll-RYYB-Sensor mit 50 Megapixeln auf. Wem nun das RYYB bekannt vorkommt: Solche Sensoren setzt Huawei schon länger für seine Smartphones ein. Ihr Vorteil soll darin liegen, dass diese Sensoren beim schwachem Licht bessere Fotos machen. Dass dies durchaus stimmt, hat Huawei mit seinen Mate- und P-Smartphone-Serien bewiesen.

Autel: Beispielfoto der Drohne Evo Nano.
Bilder sollen dank des RYYB-Sensors bei schlechtem Licht wesentlich heller sein. | Bild: Autel

Die Kamera sitzt auf einem 3-Achsen-Gimbal und ist mit diversen Features wie Fast Tracking ausgerüstet. Dieses soll dank der guten Sensoren sogar bei schlechtem Licht richtig gut funktionieren. Verbunden mit dem Smartphone werden die Drohne per hauseigener Sky App. Hält man das Handy direkt an das Gehäuse der Nano-Drohnen, kann das Videomaterial mit bis zu 160 Mbps kabellos übertragen werden. Die App kann anschliessend auch gleich dazu verwendet werden, die Videos zu editieren. Schweizer Preise liegen noch keine vor, da aktuell auch noch unklar ist, ob die Drohnen hierzulande offiziell starten. In den USA kostet die Autel Evo Nano 649 Dollar, die Nano+ 799 Dollar. Beide Modelle sind voraussichtlich ab Ende Oktober 2021 erhältlich.

Autel Lite und Autel Lite+

Obwohl der Name etwas anderes vermuten lässt, handelt es sich bei den Lite-Modellen um die schwereren Drohnen. 820 Gramm bringen die beiden Lite-Drohnen jeweils auf die Waage. Auch wenn die Lite damit mehr als 200 Gramm schwerer als die DJI Mavic Air 2S ist, hat Autel wohl die User dieser Drohne im Sinn. Wie die Mavic Air 2S sollen die Lite-Drohnen vor allem kreative Personen ansprechen. Dafür setzt Autel unter anderem auf ei 4-Achsen-Gimbal und bessere Kameras. Das Einstiegsmodell hat die gleiche Kamera verbaut wie die Autel Evo Nano+, während die Lite+ nochmals eine Schippe drauflegt: Ein 1-Zoll-Sensor mit 20 Megapixeln erlaubt Videos in 6k bei 30 fps. Ein grosser Pluspunkt ist dabei die stufenlos verstellbare Blende (F2.8 – F11), womit man also direkten Einfluss auf die Tiefenunschärfe nehmen kann.

Autel Lite und Autel Lite+.
Bild: Autel

Beide Drohnen sind ebenfalls mit der Hindernisserkennung auf drei Seiten ausgerüstet. Im Gegensatz zu den Evo-Nano-Modellen haben die Lite-Drohnen aber eine grössere Fronterkennung von 150 Grad. Die Reichweite beträgt 12 Kilometer bei einer Flugzeit von 40 Minuten. Weitere Daten bleibt Autel vorerst noch schuldig. Auch hier ist unklar, ob es die Drohnen offiziell in die Schweiz schaffen werden. In den USA starten die Autel Lite und Autel Lite+ Ende Oktober für 1149, respektive 1249 Dollar.

Pascal Scherrer
Ich mag Technik, Filme und Serien. Darum schreibe ich hier darüber. Klingt plausibel, oder?

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