Nokia kehrt mit dem T20 in den Tablet-Markt zurück

Ab sofort haben Nokia-Fans auch die Möglichkeit ein Tablet der finnischen Marke zu kaufen. HMD Global hat am Mittwoch das Einsteiger-Tablet Nokia T20, das schon länger durch Leaks bekannt war, offiziell vorgestellt. Für die Finnen ist es das erste Tablet mit Android, das weltweit auf den Markt kommt. Zwar hatte Nokia 2015 mit dem N1 bereits ein Nokia-Tablet vorgestellt, dieses war aber nur in China erschienen. Zwei Jahre zuvor war auch der Versuch mit dem Lumia 2550 und Microsoft-Betriebssystem nicht von Erfolg gekrönt gewesen.

Das Nokia T20 Tablet hat eine Kamera mit 8 Megapixeln auf der Rückseite.
Bild: HMD Global

Nun versucht es HMD Global mit einem Tablet, das im Einsteigersegment angesiedelt ist. Nokia selbst bezeichnet das T20 als familientaugliches Gerät, das den breiten Anforderungen des Familienalltags gewappnet ist. Dazu gehören nebst einem robusten Gehäuse auch ein Kindermodus und eine lange Akkulaufzeit. Das Tablet soll laut Datenblatt mit einer Akkuladung 15 Stunden surfen oder zehn Stunden Streaming reichen. Dank einer Schnellladefunktion ist das T20 zügig wieder aufgeladen – wie schnell, lässt Nokia allerdings offen. Das Tablet unterstützt maximal 15 Watt, was bei einem Akku von 8200 mAh vermutlich doch ein Weilchen dauern dürfte. Der mitgelieferte Adapter unterstützt allerdings nur 10 Watt.

Solide Ausstattung mit 2K-Display

Beim Display setzt Nokia auf 10,4 Zoll, die mit 2K (1200 x 2000 Pixel) auflösen. Bei den Kameras beschränkt sich Nokia auf das Minimum und liefert eine Rückkamera mit 8 Megapixeln sowie LED-Blitz und eine Frontkamera mit 5 Megapixeln. Bei der Konnektivität setzt Nokia auf Bluetooth 5.0, WLAN und optional auch LTE (Single-SIM). Ganz familientauglich ist das Tablet mit einem 3,5-Millimeter Klinkenanschluss ausgestattet. Die in der Schweiz erhältliche Version hat einen internen Speicher von 64 GB (erweiterbar) und 4 GB RAM Arbeitsspeicher. Das ist okay, allerdings setzt Nokia beim Chip auf einen etwas angestaubten Unisoc Tiger T610. Zwar handelt es sich um einen Achtkernprozessor, allerdings ist dieser auch schon 2019 erschienen. Laut Nokia reiche die Rechenleistung des Chips aber mehr als aus, um den Tablet-Alltag zu bestreiten. Das mag vermutlich stimmen, allerdings stellt sich die Frage, wie sich der Chip in zwei, drei Jahren schlägt. Zumindest beim Stromverbrauch dürfte der Unisoc-Chip sicher von Vorteil sein.

Nokia T20 Tablet: Display mit 2K Auflösung.
Bild: HMD Global

Gewohnt gutes Update-Versprechen

Immerhin verspricht Nokia, dass man das T20, wie schon bei den Smartphones, über Jahre mit Updates versorgen werde. Konkret heisst das: mindestens zwei Major-Updates und drei Jahre Sicherheits-Updates. Das ist in diesem Preisbereich – einmal abgesehen von Apple – sicher ein Alleinstellungsmerkmal. Allerdings wird das T20 auch mit Android 11 ausgeliefert, womit wohl nach dem Update auf Android 13 Schluss sein dürfte.

Beim Gehäuse setzt Nokia auf Aluminium, das Display wird von einem nicht näher benannten Sicherheitsglas geschützt. Leider gibt es keine IP68-Zertifizierung, was ein bisschen überrascht, wenn man bedenkt, dass ein Tablet für die ganze Familie wohl auch mal eher mit verschütteten Getränken in Berührung kommt. Immerhin ist es IP52-zertifiziert, womit das T20 gegen Staub in «schädigender Menge» und Tropfwasser geschützt ist. Wenn es also mal kurz im Regen liegen bleibt, sollte es das unbeschadet überstehen.

Das Nokia T20 Tablet mit Rugged Case.
Das Nokia T20 mit Rugged Case. | Bild: HMD Global

Optional hat Nokia noch ein Rugged Case vorgestellt, das aus dem T20 fast schon ein Outdoor-Tablet macht. Dieses ist mit einem ebenfalls optional erhältlichen Flip Cover Stand kompatible. Damit kann man das Tablet auf eine ebene Unterfläche stellen, um bequem Videos zu schauen.

In der Schweiz ist das Nokia T20 ab Ende Oktober in der Farbe Deep Ocean erhältlich. Die WiFi-Variante kostet 239 Franken, wer LTE möchte, bezahlt 269 Franken.

Pascal Scherrer
Ich mag Technik, Filme und Serien. Darum schreibe ich hier darüber. Klingt plausibel, oder?

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