Oppo Enco Free2 im Test: Für 99 Franken kriegst du guten Sound und gutes ANC

Oppo baut nicht nur tolle Android-Smartphones, sondern hat inzwischen auch ein spannendes Portfolio an Kopfhörern. Anfang August hat der chinesische Hersteller gleich drei neue TWS-Modelle (TWS = komplett kabellos) in der Schweiz lanciert, darunter die In-Ear-Kopfhörer Enco Free2.

Für 99 Franken gibt es bei Oppo unter anderem personalisierbaren Sound und eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC), die laut Hersteller bis zu 42 Dezibel meistert. Mithilfe der sechs verbauten Mikrofone, werden nervige Hintergrundgeräusche minimiert bzw. ganz ausgeblendet.

Oppo hat uns freundlicherweise ein Testexemplar überlassen, damit wir die Vorzüge des neuen Kopfhörers gleich selber ausprobieren konnten. Ob uns die Enco Free2 gefallen haben? Das erfährst du auf den nächsten Zeilen.

Aussehen

Die Oppo Enco Free2
Bild: vybe

Die Enco Free2 verkauft Oppo wahlweise in Weiss oder Schwarz. Wir haben für den Test das Modell in Schwarz erhalten. Zum Lieferumfang gehört ein kurzes USB-C zu USB-A Kabel, austauschbare Gummiaufsätze (Grösse S, M und L) eine Kurzanleitung und ein passendes Ladeetui. Letzteres ist in der Farbe der Kopfhörer gehalten.

Auf der Vorderseite des Ladeetuis ist mittig eine LED platziert. Sie informiert über den verbleibenden Akkustand (rot, orange und grün). Auf der linken Seite gibt es eine physische Taste, womit sich die Kopfhörer in den „Pairing“-Modus versetzen lassen. Geladen wird über den USB-C-Anschluss an der Unterseite.

Beim Aussehen der Kopfhörer gibt es keine Überraschungen. Sie sehen halt genauso aus, wie sogenannte TWS-Kopfhörer auszusehen haben. Links und rechts am „Stiel“ gibt es eine berührungsempfindliche Fläche, womit beispielsweise die Lautstärke hoch- und runtergestellt werden kann.

Die Enco Free2 sind tadellos verarbeitet und nach IP54 zertifiziert. Sie können somit problemlos bei einem schweisstreibenden Workout getragen werden, da sie einen Schutz gegen Wasser (und Staub) bieten. Duschen oder Baden sollte man jedoch unterlassen, dafür ist die Zertifizierung nicht ausgelegt.

Tragekomfort

Oppo liefert die Enco Free2 mit drei verschieden grossen Gummiaufsätzen (S, M und L) aus. Ab Werk ist die mittlere Grösse aufgezogen. Die passt bei mir ganz gut. Die mitgelieferten Aufsätze sind angenehm weich und die Kopfhörer insgesamt sehr leicht (ca. je 4 Gramm). Das sorgt für einen sehr guten Tragekomfort.

Ein unangenehmes Kratzen in der Ohrmuschel, wie mein Kollege bei längerer Nutzung der Huawei Freebuds 4 hatte, stellte ich bei den Enco Free2 erfreulicherweise nicht fest. Auch eine längere Nutzung von einer Stunde oder mehr, ist somit problemlos möglich.

An die Sportler*innen unter uns: Ja, die Enco Free2 eignen sich ebenfalls hervorragend für ein ausgedehntes Workout oder Lauftraining. Bei mir sitzen die Dinger bombenfest im Gehörgang. Es sei allerdings erwähnt, dass jedes Ohr anders ist. Will heissen: Nur weil bei mir die Enco Free2 bombenfest sitzen, muss das nicht auch bei dir der Fall sein.

Verbindung und Sensorik

Oppo Enco Free2
Bild: vybe

Die Enco Free2 verbinden sich via Bluetooth 5.2-Standard kabellos mit deinem Smartphone. Das Pairing hat sowohl mit dem Oppo Find X3 Pro, als auch mit dem Samsung Galaxy S21 Ultra einwandfrei und schnell geklappt. Die Verbindung bleibt auch über grössere Distanzen (ca. zehn Meter) stabil und der Sound klar und deutlich.

Die Oppo Enco Free2 unterstützen die sogenannte binaurale Bluetooth-Übertragung. Das bedeutet, dass du ohne Probleme nur einen Kopfhörer tragen kannst, während der andere Ohrhörer im Ladeetui verweilt und aufgeladen wird. Dank Trageerkennung, pausiert/startet die Musik oder das Video automatisch.

Die Steuerung geschieht reibungslos und schnell über eine berührungsempfindliche Oberfläche direkt an den Ohrstöpseln. Ein paar Beispiele dafür gefällig?

  • Zweimal tippen bringt euch zum nächsten Lied oder nimmt den Anruf entgegen
  • Wischen nach oben oder unten, macht die Lautstärke lauter oder leiser
  • Ein längeres Drücken (ca. 1 Sekunde) schaltet das Noise-Cancelling ein oder aus

HeyMelody-App: Einrichten der Kopfhörer

Oppo bietet im Google Play Store und Apple AppStore mit HeyMelody eine App für die hauseigenen Kopfhörer an. Darüber kannst du unter anderem allfällige Firmware-Updates installieren, die Ohrhörersteuerung anpassen, den Sound mittels Equalizer anpassen, eine Ohrhörer-Sitzprüfung starten oder einen Hörtest durchführen.

HeyMelody-App
Über die App lässt sich der Ton individuell an dein Gehör anpassen. | Screenshot: vybe

Ich kann dir die App in Verbindung mit den Enco Free2 nur wärmstens empfehlen.

Sound

Oppo Enco Free2
Bild: vybe

Wie schon bei den Enco X, haben auch diesmal die Spezialisten von Dynaudio beim Sound mitgewirkt. Ob man das bemerkt? Nun, mir gefällt das Klangbild jedenfalls ausserordentlich gut. Die Kopfhörer zaubern einen ausgewogenen Sound auf meine Ohren. Der Bass ist vorhanden, aber nicht zu ausgeprägt. Die Mitten und Höhen sind gut aufeinander abgestimmt. Wer noch mehr Qualität wünscht, muss auch tiefer in die Tasche greifen.

Auf Wunsch lässt sich der Sound personalisieren. Hierfür wird zuerst ein ca. dreiminütiger Hörtest über die HeyMelody-App durchgeführt. Anhand dieses Tests wird der Sound hörbar angepasst. Mir gefällt die personalisierte Klangverstärkung nur bedingt. Die klassische Voreinstellung sagt mir letztendlich einfach mehr zu – Geschmacksache.

Active Noise Cancelling

Laut Oppo kann das Active Noise Cancelling der Enco Free2 bis zu 42 Dezibel meistern. Was das im Alltag heisst? Nun, aktivierst du das ANC, so wirst du das definitiv mitbekommen. Hintergrundgeräusche auf einer stark befahrenen Strasse oder im Zug werden merklich minimiert. Ob es wirklich 42 dB sind, das kann ich nicht beantworten.

Wer über die HeyMelody-App den Hörtest durchgeführt hat, kann die individuell angepasste Geräuschunterdrückung nutzen. Laut Oppo werden die Geräuschunterdrückungseffekte damit an die Struktur des Gehörgangs angepasst, um ein noch klareren Klang zu bieten. Ob die individuelle Anpassung besser klingt, muss du für dich selber herausfinden.

Abgesehen von der Geräuschunterdrückung, gibt es einen sogenannten „Transparenzmodus“. Es ist quasi das Gegenteil vom ANC: In diesem Modus werden Stimmen gezielt hervorgehoben, so dass du die Kopfhörer theoretisch für ein Gespräch einfach drin behalten kannst. Das klappte im Test zwar ganz gut, ist aber nichts für mich.

Akkulaufzeit

Oppo Enco Free2 Laden
Bild: vybe

Oppo gibt mit aktiviertem ANC eine Laufzeit von vier Stunden an, ohne sind es bis zu 6,5 Stunden. Über das Ladeetui gibt es zusätzlich Akku für bis zu 20 Stunden (ANC) bzw. 30 Stunden (ohne ANC). Diese Angaben kommen ungefähr hin, hängen jedoch stark mit der Wiedergabelautstärke zusammen. Heisst: Hörst du tendenziell eher laut Musik, dann dürfte der Akku früher zu Neige gehen.

Geladen werden die Kopfhörer kabelgebunden via USB-C-Anschluss in ca. 90 Minuten – Wireless-Charging gibt’s in dieser Preisklasse bei Oppo nicht.

Oppo Enco Free2: Das Testfazit

Willst du nicht allzu viel Geld für deine neuen kabellosen Kopfhörer ausgeben? Möchtest aber nicht auf eine gute Soundqualität und gutes ANC (Geräuschunterdrückung) verzichten? Nun, dann machst du mit den Oppo Enco Free2 nichts falsch. All das bieten die neuen Kopfhörer von Oppo – zu einem angemessenen Preis, versteht sich.

Einzig auf Wireless-Charging beim Ladeetui musst du verzichten, das wird bei Oppo erst im höheren Preissegment bzw. bei den Enco X geboten – verschmerzbar. Der Enco Free2 ist einer der besten kabellosen Kopfhörer in seiner Preisklasse und kriegt von uns daher das Prädiktat „sehr empfehlenswert“.

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Samsung Galaxy S21 FE im Test: Ein gutes 5G-Smartphone, aber…

Neues Start-up des OnePlus-Gründers stellt Kopfhörer Nothing (1) vor

LG Dual Screen im Test: Ist das die Zukunft des Smartphones?

Das LG Stylus ist mein erstes Smartphone mit Stift – und so gut ist es

Sony WF-1000XM4 im Test: An diesen Kopfhörern muss sich die Konkurrenz messen

Google Nest Mini im Test – Klein, aber oho – jetzt erst recht!