Pokémon-Legenden: Arceus Review des Games.

«Pokémon-Legenden: Arceus»-Test: Zurück in die Vergangenheit

Das neuste Pokémon-Game «Pokémon-Legenden: Arceus» katapultiert euch in die Vergangenheit und schreit mit «Breath of the Wild»-Parallelen nach Aufmerksamkeit. Das funktioniert zu Beginn hervorragend. Danach wird das Spiel aber auch schnell wieder links liegen gelassen, sofern man kein Hardcore-Fan ist.

Vor dem Release wurde von einigen Individuen lautstark behauptet, dass «Arceus» wie «Breath of the Wild» aussieht. Und siehe da, auf den ersten Blick sind hier tatsächlich Parallelen zum «The Legend of Zelda»-Meisterwerk ersichtlich und auch spürbar. Doch wie wir alle wissen, die Liebe und die Sehnsucht treiben oft seltsame Spielchen in der Hirnmasse. Doch der Reihe nach…

Vom Himmel gefallen

Nachdem ein Avatar erstellt wurde, werden die Spielenden auch schon in eine Pokémon-Welt geworfen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Durch ein Loch im Himmel, nennen wir es mal ein Dimensions-Tor, landen wir mit einem grossen Knall in der Sinnoh-Region.

Pokémon-Kenner wissen: Die Sinnoh-Region ist Schauplatz von beispielsweise «Pokémon Diamant» oder «Pokémon Perle». Wir befinden uns aber zeitlich in der Vorzeit der Spielreihe, wo alles etwas rauer und wilder erscheint und die Menschen sich in einer feudalen Gesellschaftsordnung befinden.

Pokémon-Legenden: Arceus Test des Games.
Bild: Nintendo

Nach dem Aufprall macht unser Avatar sofort die Bekanntschaft mit einem Professor, der eine gar unkonventionelle Kopfbedeckung trägt und uns gleich mit in sein Dorf nimmt, wo wir unterwegs nicht nur das Monster-Fangen lernen, sondern auch noch gleich eingeladen werden, um eine Prüfung zu absolvieren, um irgendwie Teil einer Forschungstruppe zu werden. Parallel lernen wir noch andere Figuren und Pokémonsternchen kennen und werden überhäuft mit Infos.

Auf der Suche nach dem grossen Abenteuer

Während uns eingetrichtert wird, dass wir doch bitte den ersten Pokédex der Region anlegen sollen, also eine Liste mit allen Tierchen, die sich so in der Gegend tummeln, schweifen unsere Gedanken immer wieder ab. Es hiess doch, das erinnere alles an «Breath of the Wild»?

Und tatsächlich, die weiten, üppigen Graslandschaften und ein ferner hoher Berg wecken in uns die «Zelda»-Erinnerungen. Auch wenn in «Arceus» doch etwas gar oft matschige Texturen auftauchen und eine Detailpracht wie beim Nintendo-Meisterwerk fehlen, schiebt sich sofort dieser Entdeckungsdrang in den Vordergrund.

Pokémon-Legenden: Arceus Kritik des neuen Games.
Bild: Nintendo

So schlendern wir denn durch die doch schön animierten Landschaften und gehen auf Entdeckungsreise. Doch auch wenn der Abenteuergeist in uns immer grösser und grösser wird, werden wir leider auch immer wieder auf den Boden der Pokémon-Tatsachen gedrückt.

Sich dem Spielprinzip hingeben

Nein, eine wirklich offene Spielwelt mit einzelnen unvergesslichen Nebenquests wird hier nicht geboten. Die Suche und Jagd nach den kleinen Monstern drängt sich immer wieder in den Vordergrund und möchte von uns, was ein Pokémon-Game halt so möchte: Monster suchen, studieren, einfangen, sammeln, sie gegeneinander kämpfen lassen und ganz viele Textfelder wegdrücken, die den Spielfluss immer wieder unterbrechen.

Pokémon-Legenden: Arceus Test des Games.
Bild: Nintendo

So geben wir uns dem Spielprinzip halt hin und müssen feststellen, dass der «Zelda»-Vergleich zwar durchaus nachvollziehbar, aber auch eine grosse Lüge ist. Den Pokémon-Fan mag das selbstverständlich gar nicht kümmern, denn er bekommt, was er über die Jahrzehnte liebgewonnen hat. Alle anderen rümpfen die Nase und legen das Spiel nach ein paar Stunden wieder weg. Auch wenn das Reiten auf einem Pokémon zugegeben wirklich sehr viel Freude bereitet.

Fazit zu «Pokémon-Legenden: Arceus»: Definitiv kein «Zelda»-Game

Nein, mit «Breath of the Wild» hat dieses Pokémon-Spiel nicht viel gemeinsam. Mag sein, dass die Optik der weiten, saftig grünen Landschaften zu solchen verführerischen Gedanken verleiten mag. Doch grosse, aufregende Abenteuer voller Schicksalsschläge sind nicht anzutreffen.

Aber macht nichts, denn in «Pokémon-Legenden: Arceus» steckt so viel Monster-Such-Gaudi drin, wie der eingefleischte Fan auch benötigt, um glücklich zu sein. Und die wilde, feudale Zeitepoche mit ihren archaischen Strukturen bringen definitiv frischen Wind in die Reihe, die sich immer wieder den Vorwurf des Stillstands gefallen lassen muss.

«Pokémon-Legenden: Arceus» ist erhältlich für Nintendo Switch. Freigegeben ab 7 Jahren.

Mehr zum Thema Gaming:

Hinterlasse einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Blomm & Berger Pure im Test: Warum ich diesen Kopfhörer nicht empfehlen kann

«The King of Fighters XV» im Test: Einfach wieder einmal Dampf ablassen

Netflix arbeitet angeblich an einer Pokémon-Realserie

«Moon Knight» ist der frische Wind, den Marvel nötig hat

Im Test: Google Stadia startet in der Schweiz – und wir haben es ausprobiert

Test: Das Nokia 7.1 ist ein richtig schickes Smartphone – doch stimmen auch die inneren Werte?