Ratgeber: Was muss eine Kinder-Smartwatch können und was gilt es sonst zu beachten?

Smartwatches sind voll im Trend. Viele Erwachsene nutzen die smarten Uhren am Handgelenk, um stets über ihre Gesundheit und Fitness informiert zu bleiben. Einen anderen Ansatz verfolgen die Hersteller bei den Kinder-Smartwatches. Sie sind vor allem auf die Kommunikation zwischen Eltern und Kind ausgerichtet.

Worin unterscheidet sich eine Kinder-Smartwatch?

Huawei Watch 3 Pro
Die Huawei Watch 3 Pro ist eher nicht für Kinder geeignet | Bild: vybe

Eine Kinder-Smartwatch unterscheidet sich gleich in mehreren Punkten von prominenten Modellen, wie die Apple Watch, Samsung Galaxy Watch4 oder Huawei Watch 3 Pro. Das fängt schon beim Aussehen an. Kinder-Smartwatches sind kleiner, bunter und weisen oftmals eine höhere Robustheit auf. Das sollten sie auch, schliesslich gehen Kinder oftmals nicht ganz so zimperlich mit ihren „Spielzeugen“ um.

Apropos Spielzeug: Ist denn eine Kinder-Smartwatch überhaupt als Spielzeug anzusehen? Sagen wir es mal so, nicht ganz. Kindergerechte Smartwatches bieten zwar durchaus spielerische Funktionen für unsere Kleinsten, einige haben sogar eine Kamera für Selfies integriert, doch in der Regel bieten die intelligenten Uhren für die Eltern eine Reihe nützlicher Funktionen.

Eine Kinder-Smartwatch kann über eine Smartphone-App auf die Bedürfnisse der Eltern angepasst werden. Welche Nummern darf mein Kind via SMS oder Telefon kontaktieren? Wird die SOS-Funktion durch das Kind betätigt, wer wird alles informiert? Wann darf mein Kind die Smartwatch verwenden? All das sind Dinge, welche bei guten und kindergerechten Smartwatches problemlos bestimmt werden können.

Bild: Xplora

Kinder-Smartwatches mit integriertem GPS-Modul bieten eine Ortungsfunktion an. Bei Bedarf können die Eltern so einsehen, wo sich ihr Kind herumtreibt. Es ist eine Funktion, die immer wieder für Diskussionen sorgt. Sollten die Eltern immer wissen, wo sich ihr Kind herumtreibt? Meine Meinung dazu? Das Kind muss vorab über diese Funktion informiert werden und sollte auch dann nur in Ausnahmefällen bzw. Notfällen verwendet werden.

Durch die vielen Funktionen, die eine Smartwatch inzwischen unabhängig von einem Smartphone übernehmen kann, mausert sie sich unweigerlich zum „Smartphone-Ersatz“. Ja, irgendwann wird die Frage nach einem eigenen Smartphone unweigerlich kommen. Mit einer Kinder-Smartwatch kann sich das Kind langsam und behutsam an die digitale Welt herantasten.

Ab welchem Alter eignet sich eine Kinder-Smartwatch?

Ich glaube, diese höchst umstrittene Frage muss jedes Elternpaar für sich selber beantworten und hängt von verschiedenen Kriterien ab. Eine bestimmte Regel, wann ein Kind eine Smartwatch tragen darf, gibt es jedenfalls nicht.

In meinen Augen eignet sich eine Smartwatch nicht vor der Einschulung.

Darauf sollte beim Kauf einer Kinder-Smartwatch geachtet werden

Ihr seid zum Entschluss gekommen, dass euer Kind eine Smartwatch erhält? Dann empfehle ich euch unbedingt die folgenden Punkte beim Kauf zu beachten:

  • Die Uhr sollte einen Schutz gegen Wasser aufweisen. In der Fachwelt spricht man da von einer IP67 oder IP68-Zertifizierung, womit die Uhr auch beim Schwimmen getragen werden.
  • Eine App für die Eltern muss gegeben sein. Doch was macht eine gute App überhaupt aus? Nun, ein Blick in die jeweiligen App-Stores (iOS: AppStore / Android: Play Store) geben meistens schon ein Bild ab, wie gut die App von den Herstellern umgesetzt wurde. Im Wesentlichen sollten folgende Funktionen enthalten sein: Telefonbuch (wer darf kontaktiert werden?), SOS-Funktion (wer wird bei einem Notfal kontaktiert?) und Zeitfenster (bspw. nicht Benutzung während Schulzeiten)
  • Wenn wir schon beim Thema „App“ sind: Unbedingt auf die Kompatibilität darauf achten, ob die App sowohl für Android (Samsung, Huawei, Oppo & Co.), als auch für iOS (Apple) verfügbar ist.
  • Eine Ortungsfunktion ist bei den meisten Kinder-Smartwatches enthalten. Darüber lässt sich die Position des Kindes aus der Ferne einsehen. Teilweise lassen sich bestimmte „Zonen“ definieren, in der sich das Kind frei aufhalten darf. Wird diese Zone verlassen, werden die Eltern via App informiert. Wichtig: Die Ortungsfunktion muss unbedingt mit dem Kind besprochen werden. Letztendlich darf es kein Mittel zur Kontrolle sein.
  • Kinder-Smartwatches haben oftmals eine SIM-Karte (eSIM) integriert. Sie ist dafür notwendig, damit die Uhr überhaupt mit dem Netz kommunizieren kann. Dafür ist wiederum ein Mobile-Abonnement notwendig. Ein Vergleich lohnt sich. Manche Provider bieten spezielle Abos an. Ansonsten könnte sich ein Blick auf das Angebot von Digital Republic lohnen.

Diese Kinder-Smartwatches sind empfehlenswert

In der Auflistung haben wir bewusst nur Kinder-Smartwatches aufgeführt, die auch effektiv in der Schweiz verkauft werden. Wahnsinnig viele Modelle gibt es in der Schweiz aktuell leider nicht – zumindest nicht solche, welche auch über das Mobilfunknetz funktionieren.

TCL MOVETIME Family Watch

Für knapp 100 Franken verkauft TCL die preiswerte Kinder-Smartwatch MOVETIME Familiy Watch in der Schweiz. Es gibt sie in der Farbvariante Blau und Pink. Die Smartwatch verbindet sich über eine SIM-Karte mit dem Internet und verfügt ebenfalls ein GPS-Modul. Darüber lässt sich das Kind bei Bedarf kontaktieren und orten.

Die intelligente Uhr erreicht laut Hersteller eine Laufzeit von bis zu fünf Tagen (ohne GPS) und ist sowohl mit Android, als auch mit iOS (Apple) kompatibel. Wasserdicht ist die MOVETIME Familiy Watch gem. IP65 und somit nur rudimentär geschützt.

Xplora X5 Play

Bild: Xplora

Etwas teurer fällt die Xplora X5 Play aus. Sie kostet beim Händler um die 160 Franken, kann aber auch direkt bei einigen Netzbetreiber in Kombination mit einem Abonnement gekauft werden. Es gibt sie in den Farben Blau, Pink und Grau. Als Besonderheit ist hier sogar eine Kamera integriert.

Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit bis zu 72 Stunden an. Unklar ist, wie lange die Uhr mit aktivem GPS durchhält. Sie ist mit iOS (Apple) und Android (Samsung, Huwei, Oppo & Co.) kompatibel. Dank IP67-Zertifizierung kann die Xplora X5 Play auch beim Schwimmen getragen werden.

Unsere Wahl: Apple Watch SE

Bild: Apple

Wie jetzt, die Apple Watch SE (Preis mit 4G: ca. 280 Franken) als Kinder-Smartwatch? Ja, das geht dank der sogenannten Familienkonfiguration hervorragend. Darüber lassen sich sehr viele Parameter von den Eltern bestimmen, so dass sich die Uhr als kindergerechte Smartwatch bestens eignet.

Damit aus der Apple Watch SE eine Kinder-Smartwatch wird, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Das Eltern-Smartphone muss wenig überraschend ein iPhone (ab iPhone 6s) sein. Bei der Apple Watch SE kommt nur das Modell mit Mobilfunk, also Cellular, in Frage. Ab der Series 4 unterstützt jede Apple Watch mit Mobilfunk die Familienkonfiguration. Es muss also nicht zwangsläufig das SE-Modell sein.

Anschliessend wird ein Mobilfunkabo (eSIM) für die Apple Watch SE sowie je eine Apple-ID der Eltern und für das Kind vorausgesetzt.

Bruno Rivashttps://vybe.ch
Hier sollte etwas Spannendes stehen. Wird es auch - irgendwann.

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