Samsung Galaxy S22 Ultra Front

Samsung Galaxy S22 vs. Galaxy S21: Lohnt sich das neue Modell?

Am 9. Februar 2022 stellte Samsung im Rahmen des Galaxy Unpacked Launch-Events die Galaxy S22-Reihe vor. Wie bereits im Vorjahr besteht sie aus drei Smartphones und zwar dem Galaxy S22, Galaxy S22+ und dem Topmodell Galaxy S22 Ultra. Im Vergleich zu den Modellen aus dem Vorjahr verspricht Samsung zahlreiche Verbesserungen und Optimierungen. Schliesslich soll sich der Kauf der neuen Samsung-Smartphones lohnen.

Doch braucht wirklich jeder das neue Modell? Oder weisen die Vorjahresmodelle teilweise sogar Vorteile auf? Diesen Fragen gehen wir auf den Grund und vergleichen die technischen Daten der neuen Modelle ganz genau mit denjenigen der Galaxy S21-Reihe aus dem Vorjahr.

Die Preisfrage

Das günstigste Galaxy S22-Modell verkauft Samsung in der Schweiz bei Marktstart für 829 Franken. Dafür kriegst du das kompakteste Galaxy S22 mit 128 GB Speicher und 6,1 Zoll AMOLED-Display. Das Vorjahresmodell mit ähnlicher Ausstattung gibt es zum Zeitpunkt der Beitragserstellung bereits ab ca. 630 Schweizer Franken. Wir sprechen somit von einem Preisunterschied von fast 200 Schweizer Franken.

Beim Samsung Galaxy S22+ sieht es bei der Preisfrage sehr ähnlich aus. Im Internet gibt es das Vorjahresmodell in der Ausführung mit 256 GB laut dem Preisvergleichsportal Toppreise.ch bereits für 888 Schweizer Franken, das neue Galaxy S22+ mit gleich viel Speicherplatz schlägt mit 1079 Schweizer Franken zu Buche. Der Preisunterschied liegt hierbei somit bei genau 191 Schweizer Franken.

Und wie sieht es beim Ultra-Modell aus? Da Samsung in diesem Jahr das Ultra-Modell nicht mehr in einer Ausführung mit 128 GB anbietet, ziehen wir als Vergleich das Modell mit 256 GB heran. Das Galaxy S21 in dieser Speichervariante wird derzeit für 1180.45 Franken gehandelt. Das neue Samsung Galaxy S22 Ultra mit 256 GB kostet mit 1319 Franken ebenfalls ziemlich genau 191 Franken mehr.

An dieser Stelle sei fairerweise erwähnt, dass Samsung bis 24. Februar 2022 als Vorbesteller-Boni bei allen drei neuen Galaxy S22-Modellen die Galaxy Buds Pro Bluetooth-Kopfhörer im Wert von ca. 140 Franken kostenlos dazu gibt. Das könnte den höheren Preis der neuen Modelle für den einen oder anderen wiederum etwas relativieren – vor allem, wenn man sowieso noch grad auf der Suche nach ein paar guten In-Ears ist.

Samsung Galaxy S21 Lineup
Das Samsung Galaxy S21 Lineup | Bild: Samsung

Das Aussehen und die Farbvarianten

In diesem Jahr tanzt das Ultra-Modell klar aus der Reihe. Es erinnert mehr an ein Galaxy Note- als an ein Galaxy S-Smartphone. Untermauert wird dies durch den Einschub für den Eingabestift S-Pen, der ja ursprünglich das Alleinstellungsmerkmal der Galaxy Note-Reihe war. Optisch hat das Galaxy S22 Ultra nichts mehr mit dem Galaxy S22 und Galaxy S22+ gemeinsam.

Was die Materialien anbelangt, da gibt es bei den S22-Modellen Gemeinsamkeiten. Sowohl die Vorder- als auch die Rückseite wird durch kratzfestes Gorilla Glass Victus+ geschützt. Hinzu kommt ein hochwertiger Rahmen aus Metall. All das verleiht der Galaxy S22-Reihe einen sehr wertigen Eindruck. Im vergangenen Jahr mussten sich Käufer*innen des Galaxy S21 mit einer Kunststoff-Rückseite zufrieden geben. Dafür erntete Samsung berechtigterweise Kritik, die Samsung offensichtlich gehört hat.

Wer auf der Suche nach einem möglichst kompakten Smartphone ist, der könnte Gefallen am Galaxy S22 finden. Mit 146 x 70.6 x 7.6 mm geht es neben dem Galaxy S22 Ultra (163.29 x 77.87 x 9.05 mm) schon fast als kleines Smartphone durch. Interessant ist dabei auch der Vergleich zum Galaxy S21, welches mit Abmessungen von 152 x 71 x 7.9 mm noch etwas grösser war. Wie das möglich ist? Im Galaxy S22 ist das Display 0,1 Zoll kleiner.

Bei den Farbvarianten bietet Samsung in diesem Jahr diverse Farben, welche es so bei der Galaxy S21-Reihe nicht gibt. Mir persönlich sagen die neuen Farbvarianten sehr zu, was letztendlich eine Geschmacksache darstellt. Der eine oder andere könnte sich dennoch durch die neuen Farbvarianten von einem Kauf überzeugen lassen.

Samsung Galaxy S22+ Kamera
Das Samsung Galaxy S22+ | Bild: Samsung

Die Kamera

Beim Ultra-Modell gibt es zumindest auf dem Datenblatt in puncto Kamera nur kleine Unterschiede zum Vorgängermodell. Wie beim Galaxy S21 Ultra steckt auch im neuen Modell als Hauptkamera ein besonders grosser Sensor mit 108 Megapixel, eine 12 Megapixel-Ultraweitwinkelkamera und zwei 10 Megapixel-Telelinsen für verlustfreie Zoomaufnahmen. Ja, selbst die Selfie-Kamera mit 40 Megapixeln scheint bis auf das leicht erweiterte Sichtfeld identisch.

Samsung verspricht, dass die Kamera an mehreren Stellen optimiert wurde, in etwa bei Fotos und Videos bei schwierigen Lichtverhältnissen (Low-Light). Zudem führt Samsung mit der Galaxy S22-Reihe erstmals die sogenannte Expert RAW App ein. Diese zeichnet sich durch ein umfangreiches, in die Kamera integriertes Set mit Bearbeitungswerkzeugen aus. Bilder können in RAWFormat (bis 16 Bit) gespeichert werden.

Beim Galaxy S22 und Galaxy S22+ kommt dasselbe Kamera-Setup zum Einsatz. Es besteht aus einem 50 Megapixel-Hauptsensor (Weitwinkel) mit OIS, einer 12 Megapixel-Ultraweitwinkelkamera und einer 10 Megapixel-Telelinse für Zoomfotos. Die Telelinse ermöglicht einen optischen 3-fach Zoom. Die Selfie-Kamera an der Front bietet eine Auflösung von 10 Megapixeln. Beim Galaxy S21(+) gab es eine 12 MP-Haupt- und 12 MP-Ultraweitwinkelkamera sowie eine 64-MP-Telelinse.

Insgesamt ist das Kamera-Setup des Galaxy S22(+) aus unserer Sicht stimmiger. Sie verfügen nicht nur den deutlich besseren Hauptsensor, sondern auch die qualitativ bessere Telelinse.

Samsung Galaxy S22 Ultra in allen Farben
Das Samsung Galaxy S22 Ultra in allen Farben | Bild: Samsung

Das Display

Samsung hat die AMOLED-Displays mit FHD+-Auflösung beim Galaxy S22 und Galaxy S22+ leicht „schrumpfen“ lassen. Im Vorjahr steckte im Galaxy S21 ein 6,2 und im Galaxy S21+ ein 6,7 Zoll Display. In diesem Jahr sind sie noch 6,1 bzw. 6,6 Zoll gross. Das ist kein grosser Unterschied und dürfte letztendlich nicht gross ins Gewicht fallen. Dafür sind die Displays mit 1500 (Galaxy S22) bzw. 1750 Nits (Galaxy S22+) heller und damit besser bei direkter Sonneneinstrahlung ablesbar.

Alle drei Galaxy S22-Modelle bieten wie die Vorgängermodelle eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz. Sie ist bei allen Modellen variabel. Beim Galaxy S22 und Galaxy S22 kann die Bildwiederholrate variabel von 10 bis 120 Hertz angesteuert werden, beim Galaxy S22 Ultra ist sogar ein Bereich von 1 bis 120 Hertz möglich. Eine variable Bildwiederholrate sorgt in der Praxis für eine bessere Akkulaufzeit.

Das beste Display behält sich Samsung natürlich für das Topmodell Galaxy S22 Ultra vor. Das sogenannte Dynamic AMOLED 2X Display bietet eine QHD+-Auflösung bei 6,8 Zoll Diagonale. Die maximale Helligkeit gibt Samsung mit überragenden 1750 Nits an. Es würde mich jedenfalls nicht überraschen, wenn Samsung damit wieder den Display-Thron bei DisplayMate erklimmen wird.

Der Prozessor und Speicher

In der Schweiz verkauft Samsung die Galaxy S-Familie ausschliesslich mit dem eigenen Exynos-Prozessor, während unter anderem in den USA die Chips von Qualcomm zum Einsatz kommen. In den letzten Jahren bedeutete das für uns leider nichts Gutes – im Gegenteil. Die Samsung-Chips hatten in den letzten Jahren leistungstechnisch immer das Nachsehen. Und das wiederholt sich in diesem Jahr wohl erneut. Der Exynos 2200 muss sich in Benchmarks teilweise eindeutig vom Snapdragon 8 Gen 1 geschlagen geben. Das erstaunt etwas, denn in diesem Jahr setzt Samsung erstmals auf eine von AMD entwickelte Grafikeinheit (GPU).

Im direkten Vergleich zu den Vorjahresmodellen erreicht der Exynos 2200, welcher in allen drei Galaxy S22-Modellen steckt, wenig überraschend in allen Belangen (CPU und GPU) eine bessere Leistung. Ob der 08/15-User davon im Alltag aber wirklich etwas mitbekommt, ist eher fraglich. Die Samsung Galaxy S21-Reihe reicht 2022 noch völlig aus, um alle erdenklichen Dinge flüssig und ohne Wartezeiten wiederzugeben.

Interessantes offenbart sich beim Thema „Speicher“. Während das bestausgestattete Galaxy S21 Ultra noch mit 16 GB Arbeitsspeicher zu haben war, gibt es das neue Galaxy S22 Ultra „nur“ noch mit maximal 12 GB RAM. Das sorgte bei den „Hardcore-Usern“ für Erstaunen und letztendlich auch Kritik. Wir sprechen hier schliesslich von einem Smartphone, welches 1419 Franken (512 GB) kostet. Andererseits muss man sich die Frage stellen, ob man so viel Arbeitsspeicher überhaupt benötigt.

Samsung Galaxy S22+ alle Modelle
Bild: Samsung

Der Akku und die Ladefunktion

Ein Downgrade gibt es beim Galaxy S22 in puncto Akkukapazität zu verzeichnen. Während das Vorgängermodell noch ein 4000 mAh Akku integriert hatte, gibt es beim Galaxy S22 nur noch einen 3700 mAh Akku. Das sind immerhin 300 mAh weniger, was bei uns hinsichtlich der Akkulaufzeit für Stirnrunzeln sorgt. Geladen wird das kleine Modell mit maximal 25 Watt – was im Vergleich zu einigen Mitbewerbern nicht wahnsinnig schnell ist.

Schnelleres Laden mit bis zu 45 Watt gibt es beim Galaxy S22+ und Galaxy S22 Ultra. Bei diesen Modellen gibt es einen Akku mit 4600 (Plus) bzw. 5000 mAh (Ultra). Der Akku im Ultra-Modell umfasst somit die gleiche Kapazität wie das Vorjahresmodell. Beim Galaxy S22+ muss man im Vergleich zum Galaxy S21+ aber auch ein Downgrade von immerhin 200 mAh in Kauf nehmen. Wie stark sich der kleinere Akku auf die Laufzeit auswirkt, werden erste Tests zeigen.

Wer soll sich das Samsung Galaxy S22 kaufen?

Wer mit seinem Galaxy S21 zufrieden ist, jedenfalls nicht – ausser, du willst unbedingt eines der neuen Samsung-Smartphones. Gut, etwas anders sieht es mit dem Galaxy S22 Ultra aus. Dieses Smartphone hat wirklich fast nichts mit seinem Vorgänger gemeinsam. Wer bisher ein Fan der mutmasslich definitiv eingestellten Galaxy Note-Reihe war, dürfte am neuen Ultra-Modell mit dem kantigen Aussehen und S Pen grossen Gefallen finden.

Ansonsten würde ich die neue Galaxy S22-Reihe vor allem denjenigen empfehlen, die aktuell ein älteres (2 oder mehr Jahre) oder ein leistungsschwächeres Smartphone (Einsteiger oder Mittelklasse) nutzen. Wer sich schnell entscheiden kann, profitiert bis 24. Februar 2022 noch von einem attraktiven Vorbesteller-Boni (Galaxy Buds Pro Bluetooth-Kopfhörer). Wer den Vorbesteller-Bonus verpasst, wartet am besten 3-6 Monate, um von einem besseren Preis zu profitieren.

Hat in dem Fall die Samsung Galaxy S21-Reihe im 2022 gar keine Daseinsberechtigung mehr? Ganz und gar nicht. Es sind weiterhin gute Android-Smartphones, die zudem wie die Galaxy S22-Reihe von Samsungs ausgezeichnetem Update-Versprechen (vier Major-Updates und fünf Jahre Sicherheitspatches) profitieren. Die Preise für die Galaxy S21-Smartphones werden innerhalb der nächsten Wochen noch fallen, so dass das eine oder andere Schnäppchen sicher möglich ist.

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