Sonic Origins Review: Wie gut ist das Spiel?

Test: Warum die Game-Sammlung «Sonic Origins» einen faden Beigeschmack hinterlässt

Sonic, der superschnelle Igel mit den knallroten Schuhen hat Konkurrent Super Mario in den 90ern arg ins Schwitzen gebracht. Denn das damals neu eingeführte Sega-Maskottchen kam mit einer grossen Portion Coolness in die Videospielwelt und haute eine coole Fortsetzung nach der anderen raus. Aber leider auch ein paar nicht so tolle Videospiele, die der Fan bis heute gerne verdrängt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Um den vorläufigen Zenit des Jump’n’Run-Stars zu feiern, gibt es jetzt eine Spielesammlung, wo die Klassiker der ersten Jahre vereint sind und darauf warten wieder mal gespielt oder neu entdeckt zu werden.

Das ist drin

In der Kollektion enthalten sind: «Sonic the Hedgehog», «Sonic the Hedgehog 2», «Sonic 3 & Knuckles» und «Sonic CD». Während die drei Ersten auf dem Sega Mega Drive erschienen und in abgeschwächter und abgeänderter Form auch für Master System und Game Gear auf den Markt kamen, war der letzte Titel ein wunderschönes Vorzeigeprodukt für Segas CD-Erweiterungs-Konsole Mega CD.

Sonic Origins Review: Wie gut ist das Spiel?
Bild: Sega

Es versteht sich von selbst, dass diese Klassiker für die Kollektion optisch aufpoliert wurden. Zusätzlich verfügt jedes Spiel über ein neues animiertes Intro und eine Endsequenz, um den Spielen mehr inhaltliche Substanz zu verleihen. Wer übrigens an mehr Sonic-Goodies interessiert ist, muss fleissig Münzen sammeln, die dann im interaktiven Museum gegen neue Inhalte freigeschaltet werden können.

Dann wäre da noch der Klassikmodus zu erwähnen, der mit der originalen Auflösung von damals und mit dem 4:3-Format daher kommt, um ganz viel Retro-Feeling zu versprühen. Um das Gefühl von damals noch zusätzlich zu verstärken, sind die Leben des blauen Igels hier begrenzt.

Sonic Origins im Test.
Bild: Sega

Wer mit Sonic nicht so bewandert ist und ihn vielleicht erst jetzt kennenlernen möchte, kommt im Jubiläumsmodus auf seine Kosten. Denn dort gibt es unbegrenzte Leben und eine HD-Auflösung will die Augen verzücken.

Das ist wirklich drin

«Sonic 3 & Knuckles» besteht eigentlich aus «Sonic the Hedgehog 3» und «Sonic & Knuckles», wo damals ein Aufsatz-Modul dafür sorgte, dass ein viel längeres Videospiel entstand und die Titel quasi zu einem Abenteuer vereint wurden. So oder ähnlich. Die 90er-Jahre waren halt auch im Videospielbereich sehr wild.

Sonic Origins Review: Wie gut ist das Spiel?
Bild: Sega

Apropos «Sonic the Hedgehog 3»: Ein lang anhaltendes Gerücht besagt, dass Michael Jackson beim Soundtrack mitgearbeitet haben soll. Dies wurde nun zum «Sonic Origins»-Release von offizieller Seite bestätigt, aber dann auch kurioserweise gleich wieder irgendwie verneint. So oder so, in der Game-Kollektion wurden viele ursprüngliche Tracks, die angeblich von Michael Jackson stammen, gegen neue Stücke ausgetauscht.

Ausgetauscht oder eher restauriert wurde übrigens eine ganze Zone in «Sonic the Hedgehog 2». Und bei «Sonic CD» steht nun der japanische als auch der amerikanische Soundtrack zur Verfügung. Für Sonic-Fans ein wirklich besonderes Schmankerl, weil das Beste am CD-Abenteuer eigentlich der Soundtrack ist.

Sonic Origins Review: Wie gut ist das Spiel?
Bild: Sega

Die neue 16:9-Darstellung der Klassiker kann sich sehen lassen und bietet ein richtig gut umgesetztes Breitbild-Format, das jetzt mehr Weitblick anbietet. So toll diese technische Umsetzung geworden ist und die frische Optik den Fan begeistern mag, muss sich diese Spielsammlung auch Kritik gefallen lassen.

Es gibt da ein paar Probleme

Trotz HD-Politur wirkt die Grafik stellenweise erschreckend unscharf, weil ein Filter drüber gelegt wurde, der sich nicht wegnehmen lässt. Diese Unsauberkeit fällt zwar bei rasender Geschwindigkeit nicht gross auf, aber wenn sie bei ruhigeren Szenen auffällt, dann besonders hässlich.

Sonic Origins im Test.
Bild: Sega

Kritik gibt es auch zum Soundtrack, der stellenweise plötzlich viel zu leise daherkommt und schlicht falsch abgemischt wurde. Obendrauf gibt es noch diverse KI-Aussetzer, wenn man zu zweit unterwegs ist.

Und wenn man für den Preis von etwa 40 Franken auch noch einen kostenpflichtigen DLC zusätzlich serviert bekommt, der zwar nicht inhaltliche Goodies aber diverse Modi und Bonusmünzen beinhaltet, legt sich die Stirne automatisch in Falten.

Fazit: Eine nostalgische Reise mit kleinen Hindernissen

Was habe ich mich auf diese Kollektion gefreut. Als grosser Sonic-Fan, der mit dem blauen Igel aufgewachsen ist und seine Karriere hautnah erleben durfte, war ich gespannt. Es ist ja nicht so, dass ich mit dem Mega Drive-Mini nicht schon einige nostalgische Runden gedreht habe, aber eine Sammlung mit den Klassikern, die liebevoll aufpoliert und mit Goodies versehen wurde, erweckte die Vorfreude.

Sonic Origins Review: Wie gut ist das Spiel?
Bild: Sega

Die ersten Stunden waren wundervoll und die Levels in Verbindung mit den Soundeffekten und der Musik, die sich bei mir ins Langzeitgedächtnis gebrannt haben, sorgten für einen wunderschönen Nostalgie-Schub. Je länger ich mich jedoch mit der Kollektion befasst habe, desto mehr Unsauberkeiten sind mir aufgefallen. Gerade die teilweise unscharfe Optik, wenn Sonic sich nicht viel bewegt und die leiser werdende Musik bei einigen Spielen haben mich aus dem Flow geholt.

Und dennoch: Für Sonic-Fans, die schon lange nicht mehr eine Runde mit dem superschnellen Igel gerannt sind und sich gerne an die ersten Abenteuer zurückerinnern, kann diese Kollektion nostalgische Freude bereiten. Auch wenn bei technischen Unsauberkeiten beide Augen zugedrückt werden müssen, der Spielspass mit Sonic ist immer noch da und bleibt zeitlos.

«Sonic Origins» ist erhältlich für Playstation 5, Playstation 4, Xbox Series X/S, Xbox One, Nintendo Switch und PC. Freigegeben ab 3 Jahren.

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