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Sony HT-AX7 im Test: Doofer Name, cooles Gadget

Sony HT-AX7 im Test.

Okay, Sony, jetzt mal ernsthaft? Wann lernt ihr endlich mal, dass wir als Endkonsumenten eingängige Namen schätzen? Dass ihr es könnt, weiss ich, immerhin sind Sony Xperia oder Sony Bravia tolle Namen, die man sich merken kann. Aber dann malträtiert ihr uns mit Produktnamen wie WF-1000XM5 oder eben jetzt die neuen Lautsprecher HT-AX7. Ich meine: Wer kann sich das merken? Diese Bezeichnungen erinnern eher an Zugangscodes für irgendwelche Entwicklungslabore, denn an Lifestyle-Produkte.

Sony HT-AX7 im Test. Die zwei tellerförmigen Lautsprecher sind abnehmbar.
Cooles Gadget, doofer Name: die HT-AX7 von Sony. | Bild: vybe

Das Ganze ist dann auch nicht sonderlich hilfreich, wenn man anderen von den HT-AX7 erzählt. Zum einen sorgt der Name für Unverständnis, zum anderen habe ich selber Mühe, mir diesen zu merken. So nenne ich die Lautsprecher denn auch nach vier Wochen Testerei noch immer «Frisbee-Soundbar» (auch wenn es keine klassische Soundbar ist) oder «Satelliten-Lautsprecher». Zumindest können sich andere Personen mehr darunter vorstellen, als wenn ich ihnen vom neuesten Gadget namens HT-AX7 erzähle.

Sonys Versuch zumindest etwas Neues

Das ist vor allem sehr schade, weil die Frisbee-Soundbar wirklich ein ziemlich cooles Gerät ist. Das fängt schon dabei an, dass es den Geek in mir zum Lächeln bringt. Sony ist einer der wenigen Techfirmen, die immer mal wieder etwas Neues ausprobiert. 2022 waren das die Sony LinkBuds und 2023 eben die HT-AX7. Die Idee hinter dem Lautsprecher: Personen, die vorwiegend am Laptop oder Handy Videos konsumieren, sollen richtig guten, räumlichen Klang erhalten.

Filmenthusiasten unter euch werden schon jetzt aufschreiben: Einen Film auf dem Smartphone schauen? Sakrileg! Euch kann ich nur sagen: Am besten klinkt ihr euch hier aus, denn die HT-AX7 richten sich ganz klar an eine Zielgruppe, die nicht darüber streitet, ob ein vergoldetes HDMI-Kabel nun einen merklichen Vorteil bringt oder nicht. Vielleicht seid ihr aber auch aufgeschlossen genug, um weiterzulesen, denn die HT-AX7 haben durchaus ihre Berechtigung.

Sony HT-AX7 im Test. Steuerung und Verbindung sind easy.
Die Steuerung. | Bild: vybe

Ich selbst ertappe mich in den vergangenen Monaten immer häufiger dabei, dass ich zumindest Serien auf dem Laptop konsumiere und teilweise sogar auf dem Smartphone geschaut habe. Aus Gründen. Und genau dafür ist die HT-AX7 super. Das Gerät lässt sich im Prinzip wie einen externen Lautsprecher handhaben. Per Bluetooth verbindet man sie mit dem Notebook oder Smartphone und schon wird der Ton über das Lautsprechersystem abgespielt.

Aus einem Lautsprecher werden drei

Jetzt kommt das spezielle Feature der HT-AX7 zum Einsatz: die beiden abnehmbaren Lautsprecher. Diese fungieren als Satelliten zum Hauptlautsprecher. Das Ganze funktioniert dabei «Dubelisicher», wie mein Grossvater sagen würde: Wenn man die beiden tellerförmigen Lautsprecher abnimmt, verbinden sie sich automatisch mit dem Hauptsystem. Dabei analysieren sie den Raum und stellen die Soundwiedergabe so ein, dass man einen möglichst guten räumlichen Klang hat. Sony nennt das Sound Mapping.

Sony HT-AX7 im Test. Einer der Satellitenlautsprecher.
Bild: vybe

Das klappt in der Praxis genauso, wie es soll: Out of the box und ohne Störungen. So muss ein Consumer Product funktionieren. Und wie ist der Sound? Zumindest mir hat er richtig gut gefallen. Einem Smartphone-Lautsprecher ist die HT-AX7 natürlich haushoch überlegen. Aber auch ein MacBook aus dem Jahr 2023, das doch ordentliche Stereolautsprecher hat, kann mit dem Frisbee-Lautsprecher nicht mithalten.

Sony HT-AX7 im Test.
So sieht die Rückseite eins Satelliten-Lautsprechers aus. | Bild: vybe

Ein Gadget, das Laune macht

Für mich war die HT-AX7 ein richtig spassiges Gadget, dass mir bezüglich Seriengenuss auf meinem Laptop einen spürbaren Mehrwert geboten hat. Mit einem Home-Cinema-System kann der Sony-Lautsprecher sicher nicht mithalten, aber das zu vergleichen wäre auch ziemlich unfair.

Die grosse Frage ist natürlich, ob man die HT-AX7 genügend nutzt, damit sich der Anschaffungspreis von 425 Franken lohnt. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich diese Frage nicht wirklich beantworten kann. Ich habe sie gerne genutzt, im Zuge meines Tests war das aber auch nötig. Teilweise ist es aber auch so, dass man vermutlich nicht immer Lust hat, die HT-AX7 hervorzuholen und aufzustellen, wenn man schnell ein Video guckt – auch wenn das sehr schnell geht.

Sony HT-AX7 im Test.
Die kleinen Teller haben eine kompakte Grösse. | Bild: vybe

Andererseits kann ich mir auch gut vorstellen, dass Filmfans, die hauptsächlich am Laptop gucken und trotzdem guten Sound wollen, diesen Lautsprecher regelmässig nutzen könnte. Die grösste Stärke sehe ich beim HT-AX7 in seiner kompakten Form – und damit seiner Portabilität. Das Ding passt wirklich in so ziemlich jeden Rucksack. Da spielt man schon mal mit dem Gedanken, mit Freunden im Wald einen Kinofilmabend zu veranstalten. Ob man die HT-AX7 aber auch auf dem Balkon oder in der Badi einsetzen würde – zumindest ich für meinen Teil, würde das aus Rücksicht nicht machen.

Sony HT-AX7 im Test. Die portablen Kinolautsprecher passen in jeden Rucksack.
Der Lautsprcher passt in so ziemlich jeden Rucksack. | Bild: vybe

Mehrwert für mobiles Gamen

Aktuell sehe ich für die HT-AX7 als Einsatzgebiet vor allem jüngere Leute – zu denen ich mich mittlerweile nicht mehr zähle – die Inhalte nur noch auf dem Smartphone oder Laptop konsumieren. Vor allem mobiles Gamen erhält durch die HT-AX7 einen spürbaren Mehrwert beim Klang. Ich habe die HT-AX7 auch zu einer Freundin mitgenommen, die eine Switch hat und sie war begeistert, als wir die Sony-Lautsprecher verbunden haben.

Natürlich kann man die HT-AX7 auch einfach als Lautsprecher für Musik nutzen. Ich selbst habe sie dafür nicht wirklich genutzt. Natürlich habe ich aber trotzdem kurz meine Playlist durchlaufen lassen und war zufrieden. Für eine kleine Gartenparty oder einen gemütlichen Abend unter Freunden mit musikalischer Untermalung ist die HT-AX7 ganz okay.

Sony HT-AX7 im Test.
Auch als stylischer Musiklautsprecher im Regal macht der Sony HT-AX7 was her. | Bild: vybe

Voraussetzung ist, dass man sich innerhalb des Dreiecks der aufgestellten drei Lautsprecher befindet. Je mehr Personen darin Platz finden müssen, desto weiter auseinander müssen die Lautsprecher stehen – und desto dünner ist der Klang. Wen du also vorhast, die HT-AX7 für deinen Grillabend mit 20 Gästen zu nutzen, wird das wohl eher nichts. Bei Filmen würde ich allerdings maximal zu zweit gucken. Ansonsten musst du die beiden Satelliten-Lautsprecher zu weit auseinander stellen und der räumliche Klang wird hörbar schlechter.

Sehr gut Akkulaufzeit

Wer möchte, kann das Klangbild sogar mit der dazugehörigen App beeinflussen. Diese bietet unter anderem die Möglichkeit, am Bass herumzuspielen. Insgesamt ist die App aber überschaubar. Immerhin muss man sich – im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern – kein Benutzerkonto anlegen, um die App zu nutzen.

Sony HT-AX7 im Test. Geladen wird via USB-C. Der Akku hält rund 30 Stunden.
Geladen wird über USB-C und mit Fast Charging. | Bild: vybe

Bleibt noch die Frage des Akkus: Laut Sony hält die HT-AX7 rund 30 Stunden durch, bevor sie wieder an die Steckdose möchte. In meinem Test hat sich diese Laufzeit in etwas bestätigt. Ich habe jetzt nicht exakt die Zeit gestoppt, aber eine Ladung hat bei mir für über eine Woche Laufzeit gesorgt, wenn ich sie jeden Tag für ein paar Stunden genutzt habe. Ist der Akku dann mal leer, reichen zehn Minuten laden, um wieder Saft für rund zwei Stunden zu haben. Bis die HT-AX7 aber komplett aufgeladen ist, dauert es dann doch vier Stunden. Du solltest vor einem Ausflug mit der HT-AX7 also sicherstellen, dass du sie frühzeitig auflädst.

Mein Testfazit zum HT-AX7

Sony HT-AX7 im Test: Was taugt der portabler Kinolautsprecher.
Bild: vybe

Ich weiss nicht, ob es den HT-AX7 wirklich braucht, respektive, ob es eine grosse Zielgruppe dafür gibt. Was ich aber sagen kann: Der Lautsprecher macht richtig Spass. Das Produkt ist nicht nur eine coole Idee, sondern wurde auch gut in die Praxis umgesetzt. Es funktioniert und ist auch für absolute Tech-Anfänger einfach und verständlich einzurichten und zu bedienen. Wenn man sich im «Klangdreieck» befindet, ist der Sound merklich besser und es kommt sogar so etwas wie Kinofeeling auf. Hier ist dann aber auch die Schwachstelle der HT-AX7: Je weiter auseinander man die Lautsprecher stellen muss, um mehr Leute ins Klangdreieck zu quetschen, desto dünner wird der Sound. Daher ist die HT-AX7 vor allem etwas für kleine Gruppen von 2 bis 4 Leuten.

Unter dem Strich sind die Frisbee-Lautsprecher ein Produkt, das Spass macht, einen Mehrwert bietet und nicht nur eine nette Spielerei ist. Wenn man sie nicht gerade für Filme oder Serien nutzt, kann man sie auch als stylische Lautsprecher im Wohnzimmer nutzen. Die Frage ist jetzt natürlich, ob du bereit bist, dafür über 400 Franken auszugeben.

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