Spotify möchte sein Angebot an Hörbüchern ausbauen.

Spotify möchte Markt für Hörbücher aufmischen

Spotify möchte sein Streaming-Angebot ausbauen. Nachdem der Musik-Streaming-Pionier bereits massiv ins Geschäft mit Podcasts eingestiegen ist, nimmt das Unternehmen nun Hörbücher ins Visier. Zwar gibt es schon jetzt einige Hörbücher auf Spotify, doch die App ist nicht dafür optimiert. So ist es aktuell nicht möglich, an derselben Stelle fortzufahren, an der man zuletzt war, wenn man zwischendurch Musik hört. Wer also nicht Lust hatte, über seinen Hörfortschritt Buch zu führen, musste auf Alternativen wie Audible oder BookBeat ausweichen.

Nun möchte Spotify nachholen, was es jahrelang versäumt hat. Am Investor Day 2022 hat Spotify-CEO Daniel Ek angekündigt, dass man Hörbücher zum dritten Standbein des Unternehmens machen möchte. Man sehe im Hörbüchmarkt eine riesige Chance und habe vor, diesen aufzumischen, wie man es im Podcast-Segment gemacht habe, ist Ek überzeugt.

Spotify übernimmt Hörbuch-Start-up

Den ersten Schritt in diese Richtung hat Spotify bereits unternommen: Im November 2021 kündigte das Unternehmen die Übernahme des Start-ups Findaway an. Die Plattform ermöglicht es seinen Usern, Hörbücher aufzunehmen, zu produzieren und schliesslich online zu vertreiben. Die Plattform steht dabei allen offen, auch Laien, die sich noch keinen Namen als Schrifsteller:innen gemacht haben.

Findaway wird von Spotify übernommen, um seine Hörbuchsparte auszubauen.
Bild: Screenshot Findaway

Spotify musste aber auch schon einen ersten Rückschlag hinnehmen. Dieser betrifft ausgerechnet die geplante Übernahme von Findaway. Ursprünglich hätte diese bis Ende 2021 abgeschlossen sein sollen. Doch der geplante Deal wird aktuell noch immer vom US-Kartellamt untersucht.

Fraglich ist auch, was genau die Übernahme von Findaway Spotify bringt. Die Plattform hat zwar eine ordentliche Auswahl an Hörbüchern, diese stammen aber selten von renommierten Autor:innen. Bekannte Titel braucht Spotify aber, um langfristig erfolgreich zu sein. Hier hat unter anderem Amazon mit seinem Tochterunternehmen Audible einen grossen Vorsprung. Das Unternehmen hat seine Hörbuchsparte in den vergangenen zehn Jahren massiv ausgebaut und hat inzwischen viele bekannte Titel exklusiv im Programm.

Abomodelle für Hörbücher noch unklar

Für Spotify dürfte Findaway vorwiegend wegen seines Know-Hows und der dahintersteckenden Technologie interessant sein. Womöglich hat Spotify aber auch tatsächlich vor, seine Hörbuchsparte auch Laienproduktionen zugänglich zu machen, schliesslich ist das auch bei Musik und Podcasts möglich.

Wie die Hörbuchsparte genau in die App integriert wird, ist aktuell noch nicht ganz klar. Was wir wissen, ist, dass zumindest einige Hörbücher im Rahmen eines Freemium-Modells kostenlos verfügbar sein werden. Wie sinnvoll es für den Hörgenuss ist, wenn man zwischendurch Werbung vorgesetzt bekommt, sei jetzt mal dahingestellt.

Fraglich bleibt, ob Spotify für das komplette Hörbuchangebot eine zusätzliche Gebühr verlangt oder dieses in die bestehenden Abomodelle integriert. Wäre dies der Fall, könnte Spotify damit ein ordentliches Erdbeben in der Hörbuchindustrie auslösen. Heutzutage sind Hörbücher mit Preisen von bis zu 30 Schweizer Franken nicht gerade günstig.

Hörbuchmarkt hat riesiges Potenzial – laut Spotify

Gleichzeitig bedeutete ein solches Vorgehen auch massive Umbrüche bei den Autor:innen. Beim Vergütungsmodell für Musik steht Spotify seit Jahren in der Kritik, weil kleinere Künstler:innen selbst für mehrere zehntausend Streams nur wenige Rappen ausbezahlt bekommen. Profitieren tun vor allem die bekannten Sänger:innen, die dank Spotifys Vergütungsmethode einen grossen Teil der Ausschüttungen erhalten.

Wie lukrativ der Hörbuchmarkt geworden ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen aus dem letzten Jahr. 2021 lag der weltweite Umsatz durch Hörbücher bei 1,6 Milliarden Dollar. Gegenüber 2020 ist er damit um 25 Prozent gewachsen. Spotify schätzt, dass der Markt bis 2030 auf bis zu neun Milliarden US-Dollar anwachsen könnte – basierend auf einem Report des Marktforschungsinstituts Grand View Research.

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