Der Stromer ST3 Pinion auf einer Landstrasse

Stromer ST3 Pinion im Test: Damit geht die Post ab!

Während fast sechs Wochen bin ich regelmässig mit dem Stromer ST3 Pinion zur Arbeit gependelt. Das ist ein S-Pedelec, also ein Fahrrad mit kräftigem Elektroantrieb und einer Tretunterstützung von bis zu 45 km/h. Das von Stromer in Oberwangen bei Bern gefertigte S-Pedelec besticht mit seinem zeitlosen Design, der puren Leistung und dank XXL-Akku mit einer hohen Reichweite.

Das Highlight – zumindest auf dem Datenblatt – stellt das 9-Gang-Pinion-Getriebe dar, bei dem Technik aus dem Automobilbereich zum Einsatz kommt. In Verbindung mit dem Gates Carbon-Riemenantrieb sei der ST3 Pinion extrem wartungsarm, verspricht Stromer. Kleiner Spoiler an dieser Stelle: Während der Testphase hatten wir keinerlei Probleme.

Stomer ST3 Pinion Ansicht von hinten
Bild: vybe

„Wow, das ist aber ein schönes Velo!“

Ja, solche Sätze habe ich immer wieder mal gehört. Allerdings muss man sich die Frage stellen, ob die S-Pedelecs von Stromer überhaupt noch als Velo (Anmerkung des Autors: Die Schweizer Bezeichnung für Fahrrad) durchgehen. Diese Frage würde ich grundsätzlich mit „Ja“ beantworten, aus rechtlicher Sicht haben wir es allerdings mit einem Motorfahrrad zu tun. Deshalb hat jedes S-Pedelec mit einer Tretunterstützung bis 45 km/h auch ein gelbes Nummernschild (in der Schweiz).

Der Stromer ST3 Pinion sieht neben einem normalen E-Bike, wie beispielsweise dem Ampler Axel, nicht nur viel mächtiger aus, sondern dank des grossen Elektromotors (SYNO Drive II) an der Hinterachse auch kräftiger. Dieser bietet ein Drehmoment von 44 Nm und eine Leistung von starken 820 Watt. Zudem gibt es die Möglichkeit mittels Rekuperation Energie zurückzugewinnen, was der Reichweite zu Gute kommt.

Stromer ST3 Pinion mit Omni-Display
Über das Touchscreen-Display erreicht man schnell und einfach die wichtigsten Funktionen | Bild: vybe

Die Rahmenrohre sind massiv, passen aufgrund der ebenso massiven Bereifung (2,35 Zoll) dennoch hervorragend ins Bild und wirken keineswegs unpassend. Im Unterrohr befindet sich der schon fast gigantische (und ziemlich schwere) Akku mit einer Kapazität von bis zu 983 Wh. Damit gibt Stromer eine Reichweite von bis zu 180 Kilometern an.

Auch wenn die S-Pedelecs sehr „mächtig“ daherkommen, wirken sie dennoch sportlich und modern. Das wird etwa durch das direkt in den oberen Rahmen integrierte Touchscreen-Display untermauert, womit man schnellen Zugriff auf alle Funktionen des Bikes erhält. Alternativ lassen sich die Funktionen über die Smartphone-App von Stromer bedienen.

Stromer hat viel Wert auf eine aufgeräumte Optik gelegt. Die Kabel verlaufen weitestgehend im Inneren des Bikes, was zusätzlich einen wertigen Eindruck hinterlässt. So oder so lässt sich festhalten, dass der Stromer ST3 Pinion mit einer hervorragenden Verarbeitung überzeugen kann. Ja, die S-Pedeles sind teuer, aber man erhält dafür eine ausgezeichnete Verarbeitungsqualität.

Hervorzuheben ist die sehr gute Lichtanlage am Bike. Beim Schweinwerfer setzt Stromer auf den Roxim Z4E Pro, der eine Helligkeit von bis zu 900 Lumen erreicht. In anderen Worten: Die Strasse wird damit ausgezeichnet ausgeleuchtet. Hinzu kommt ein zusätzliches Tagfahrlicht und ein Rücklicht mit direkt integriertem Bremslicht (Roxim R3E).

Stromer ST3 Pinion mit Scheinwerfer und Tagfahrlicht
Die Lichtanlage verdient sich das Prädikat „ausgezeichnet“ | Bild: vybe

Unterwegs mit dem Stromer ST3 Pinion: Der Fahrkomfort

Nein, der Stromer ST3 Pinion ist mit über 32 Kilogramm kein Leichtgewicht. Und nein, ich möchte ihn nicht die Treppe hochtragen müssen. Manch einer wird sich jetzt sicher die Frage stellen, ob sich das hohe Gewicht auch auf den Fahrkomfort auswirkt? Das kann ich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Der Stromer ST3 Pinion erreicht aus dem Stand heraus locker die 45 km/h. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich mit einem „schweren Gefährt“ unterwegs bin. Ja, es macht einfach Spass mit dem Stromer ST3 Pinion durch den Pendlerverkehr zu flitzen.

Allerdings ist es schwierig, schneller als die elektrisch unterstützen 45 km/h zu fahren. Die Motorunterstützung setzt bei genau 45 km/h aus, was vom Gesetz (zumindest in der Schweiz) so vorgegeben ist. Bei dieser Geschwindigkeit ist der Luftwiderstand nicht zu unterschätzen. Und ja, obwohl ich durchaus oft Fahrradtouren (ohne Elektromotor) mache, hatte ich meine Mühe über eine Geschwindigkeit von 45 km/h zu kommen.

Das Pinion-Getriebe arbeitet hervorragend
Im Getriebe steckt Technik aus der Automobilbranche | Bild: vybe

Der Antrieb ist sehr leise, was beeindruckend ist. Der Nabenmotor im Heck arbeitet in Kombination mit dem Gates Carbon-Riemenantrieb und dem neuen Pinion-Getriebe hervorragend zusammen. Die 9-Gänge lassen sich bequem mittels Drehgriff am Lenker umschalten – auch wenn das Fahrrad stillsteht. Stromer verspricht damit eine Bandbreite von 568%, womit der Stromer ST3 Pinion bestens für steilere Anstiege geeignet ist.

In der Standardausführung kommt der Stromer ST3 Pinion ganz ohne Federung daher. Stromer schreibt dazu, dass ihre S-Pedelecs durch ihre grossvolumigen Reifen für Hartbeläge optimiert seien. Diese Aussage untermauert, dass es Stromer mit ihren S-Pedelecs auf urbane Pendler abgesehen hat. Wer eine Strecke mit Schlaglöchern bewältigen muss oder auch mal über einen Waldweg fahren möchte, sollte sich optional für die Upside-down-Federgabel und gleich auch für die Sattelfederung (ein Traum!) entscheiden. Damit lässt es sich sehr komfortabel auf unterschiedlichen Untergründen fahren.

Gangschaltung am Stromer ST3 Pinion
Die Gangschaltung arbeitet schnell und exakt. | Bild: vybe

Frauenkappelen <-> Ostermundigen und zurück

Meine Pendlerstrecke führt mich von Frauenkappelen bis nach Ostermundigen. Laut Google Maps ist das eine Strecke pro Weg von ca. 13 Kilometern. Hin und zurück wären wir somit bei 26 Kilometern. Es ist eine Strecke, die mich quer durch die wunderschöne Stadt Bern führt und auch 2-3 Anstiege bereithält – vor allem auf dem Rückweg zurück nach Frauenkappelen.

Diese Strecke lässt sich mit dem Stromer ST3 Pinion in etwas unter 30 Minuten bewältigen. Es würde bestimmt noch schneller gehen, aber die vielen Lichtampeln in der Stadt Bern machten mir da immer einen Strich durch die Rechnung. Dennoch lässt sich festhalten, dass ich mit den 30 Minuten immerhin gute 15 Minuten schneller bin, als wenn ich den ÖV nehmen würde. Darüber hinaus mache ich auch noch was Gutes für meine Gesundheit.

Der Ladevorgang verläuft problemlos ab
Laden lässt sich der Stromer ST3 Pinion problemlos an jeder herkömmlichen Steckdose | Bild: vybe

Der Fahrkomfort ist, wie oben beschrieben, hervorragend. Der Nabenmotor am Hinterrad unterstützt blitzschnell und ist so richtig kräftig. Dennoch gibt er seine Unterstützung sanft aus einem Guss weiter – erfreulicherweise auch bei einer Steigung. Die Pirelli-Pneus überzeugen mit einer guten Dämpfung und die hydraulischen Scheibenbremsen bringen den ST3 Pinion auch bei maximaler Geschwindigkeit zuverlässig und schnell zum Stehen.

Reichweitenangst muss man mit dem Stromer ST3 Pinion definitiv nicht haben. Der gigantische Akku liefert eine hohe Reichweite, die auch für ausgeprägte Radtouren locker ausreicht. Neigt sich der Akku dann doch mal dem Ende zu, kann dieser über das mitgelieferte Netzteil flott mit Strom versorgt werden.

Omni-Display beim Stromer ST3 Pinion
Bild: vybe

Die smarten Funktionen: OMNI-App für Android und iOS

Der Stromer ST3 Pinion ist via Mobilfunk mit dem Internet verbunden. Damit ist es möglich via OMNI-App (für Android und iOS verfügbar) auf die smarten Funktionen des S-Pedelecs aus der Ferne zuzugreifen. Das S-Pedelec kann manuell oder via Smartlock automatisch entsperrt und gesperrt sowie die Motor- und Sensoreigenschaften individuell konfiguriert werden. Auch kann darüber der Standort via GPS und die Fahrstatistiken abgefragt werden.

All diese smarten Funktionen können ebenfalls über das grosse OMNI C-Touchscreen-Display verwendet werden. Updates gelangen ganz automatisch via Mobilfunkanbindung auf dem S-Pedelec. Zusätzlich kann Stromer so auch Zubehör aktualisieren, wie beispielsweise das mitgelieferte Ladegerät.

Das Testfazit zum Stromer ST3 Pinion

Der Stromer ST3 Pinion überzeugt mit seinem futuristischen Aussehen, dem bemerkenswerten Antriebskonzept und der damit einhergehenden, ausgezeichneten Fahrleistung. Der Nabenmotor am Heck hinterlässt nicht nur auf flachem Gelände eine gute Figur, sondern auch am Berg. Dank XXL-Akku, der mittels Rekuperation mit zusätzlicher Energie versorgt wird, beweist der Stromer ST3 Pinion auch Langstreckenqualitäten.

Was gegen den Stromer ST3 Pinion spricht? Nun, im Grunde genommen ist es „nur“ der sehr hohe Anschaffungspreis. Mit 9333.- Franken (Basismodell) ist der Stromer ST3 Pinion alles andere als ein günstiges S-Pedelec. Andererseits erhält man damit auch ein hervorragendes S-Pedelec. Wir finden: Qualität darf auch mehr kosten. Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, sollte sich als Alternative mal den Stromer ST1 ansehen.

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