Snowpiercer Plakat

Vom tödlichen Risiko zum modernen Winterzauber – 5 Fakten zu Schnee im Film

Mysterium, Romanze, Apokalypse – Schnee begleitet uns nicht nur in diesem Winter, sondern auch in unzähligen Filmen und Serien. Er ist extrem vielseitig, vermittelt oft ein Gefühl von Abgeschiedenheit, kann aber auch romantische Szenen untermalen. Auch in der neuen Staffel von Snowpiercer spielen Schnee und Kälte eine zentrale Rolle. Die erste Folge erschien am 25. Januar. Hier sind fünf Fakten zu Filmschnee, der eigentlich gar kein Schnee ist.

Filmschnee hat ein Monopol

Wenn in Netflix-Serien oder Kinofilmen Kunstschnee zum Einsatz kommt, dann steckt da meist eine einzige Firma dahinter: Snow Business. Der Gründer Darcey Crownshaw kommt ursprünglich aus der Papierindustrie und entdeckte eine Marktlücke, als er den Auftrag bekam, fast eine Tonne Papierschnipsel an das Filmset von The Last Days of Pompeii (1984) zu liefern.

Inzwischen hat die Firma über 200 verschiedene Schneearten im Angebot und bei zahlreichen grossen Produktionen wie der Harry-Potter-Reihe, den Avengers-Filmen oder Game of Thrones mitgewirkt.

Schnee im Film kann tödlich sein

Es gibt verschiedene Arten die Illusion des Winterzaubers zu vermitteln. In Gold Rush (1925) von Charlie Chaplin wurden Berge von Salz und Mehl verwendet. In Hitchcocks Spellbound (1945) wehten den Protagonisten weiss bemalte Cornflakes entgegen und der Schnee im Weihnachtsklassiker Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (1973) bestand teilweise aus Fischmehl, was zu sehr penetranten Gerüchen am Set geführt hat.

Am tragischsten ist jedoch die Verwendung von Asbest, zum Beispiel in White Christmas (1954), als viele Menschen noch nicht wussten wie gefährlich dieses Material sein kann. Asbest als Kunstschnee wurde brennbaren Alternativen gegenüber oft bevorzugt, um die Feuergefahr zu minimieren. Tatsächlich konnte man Asbest lange Zeit auch als Kunstschnee für zuhause kaufen. Bis in die 50er Jahre hinein wurde die krebserregende Faser neben anderen Materialien als Schnee in Filmen eingesetzt. Andere Kunstschneearten waren aber auch nicht unbedingt harmlos. Gipsstaub etwa konnte ebenfalls Atemwegserkrankungen auslösen.

It’s A Wonderful Life (1946) gewann einen Academy Award für seine neuartige Schneetechnik. Hier kamen Seifenstücke, Eis und Trockenschaum zum Einsatz.

Schnee ist nicht gleich Schnee

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem Schnee, der vom Himmel fällt und dem Schnee, der auf dem Boden liegt. Schnee, der bereits liegt, wird auch als Dressing Snow bezeichnet.

Dabei hat jede Art von Dressing Snow ihre Vor- und Nachteile. Antistatischer Schnee auf Kunststoffbasis eignet sich beispielsweise gut, um Pulverschnee zu simulieren. In Filmschnee auf Zellulosebasis können sogar Fussabrücke und Reifenspuren hinterlassen werden. Dieser biologisch abbaubare Schnee wird neben Maisstärke heutzutage auch für Aussenaufnahmen verwendet.

Umweltschonend war der Schnee aber nicht immer. Für Dr. Dolittle (1967) wurde Harnstoffharz verwendet, welches noch über zehn Jahre an den alten Häusern von Castle Combs kleben blieb.

Filmschnee wird oft noch nicht digital erzeugt

In den meisten Aussen-Szenen von Snowpiercer ist der stäubende Schnee als Ebene über eine Szene gelegt, wie beispielsweise in diesem VFX-Breakdown zu sehen ist. Gerade wenn der Schnee aber mit den Schauspielern interagieren und realistisch wirken soll, ist eine digitale Lösung oft aufwändiger.

Deshalb nutzen viele Filme immer noch praktische Effekte oder Kombinationen, bei denen im Vordergrund echter Kunstschnee fällt und im Hintergrund entweder eine günstigere Variante oder eine digitale Ebene zum Einsatz kommt.
Daneben gibt es auch noch Puristen wie Regisseur Quentin Tarantino, welche echten Schnee im Film vorziehen. Das hiess für The Hateful Eight (2015), dass die gesamte Crew in den Bergen Colorados ausharren musste und die Wetterlage bestimmte, welche Szene gerade gedreht wurde.

So erkennst du Kunstschnee im Film

Mit dem Fortschritt der Filmtechnik und digitalen VFX-Techniken ist es bei angewandter Sorgfalt fast unmöglich, falschen Schnee zu erkennen.

Fallender Schnee im Film wird allerdings oft aus Trockenschaum und Seifenlauge hergestellt. Da Seifenlauge ab null Grad Celsius gefrieren kann, darf es im Studio nicht zu kalt sein, weshalb andere Anzeichen von Kälte fehlen. Etwa die Atemfahne der Schauspieler.

Du siehst, hinter dem Schnee in deiner Lieblingsserie oder deinem Lieblingsfilm steckt eine ganze Menge an Tüftelei. Wir hoffen mit diesen 5 Fakten zu Schnee im Film haben wir dein Interesse geweckt. Achte doch beim nächsten winterlichen Filmabend mal darauf, was da vom Himmel fällt.

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