Technik

Wechsel von Android zu iOS: Ein Erfahrungsbericht

Von Android auf ein iPhone umsteigen: Ein Erfahrungsbericht.

Bye, bye Android, hallo iPhone: Nach ziemlich genau 12 Jahren bin ich von Android zurück zum iPhone gewechselt. Nein, es war für mich keine einfache Entscheidung – ganz und gar nicht. Wer mich kennt, der weiss, dass ich mich in den letzten Jahren immer für Android stark gemacht habe. Wieso habe ich mich jetzt dennoch für einen Wechsel entschieden? Was schätze ich an iOS und was vermisse ich?

All diese Fragen und noch einige mehr, beantworte ich euch auf den nächsten Zeilen. Wohlgemerkt, es ist ein Erfahrungsbericht, kein Testbericht und auch kein Rant (Wutrede). Vielmehr möchte ich euch daran teilhaben, wie ich den Wechsel zu einem anderen Ökosystem empfunden habe und was für Hürden ich dabei bewältigen musste.

Was waren meine Beweggründe für den Wechsel?

Meine Frau nutzt seit eh und je ein iPhone, weshalb ich die Entwicklungsschritte von iOS über die letzten Jahre hautnah miterleben konnte. Und klar, als Technikbegeisterter habe ich mich sowieso nach jeder Keynote informiert, was da so im Apple-Lager geht. Ich denke, man kann durchaus zugeben, dass sich iOS in den letzten Jahren stark weiterentwickelt hat – wie natürlich auch Android.

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Doch was waren letztlich meine Beweggründe für den Wechsel? Nun, ehrlich gesagt, wollte ich nach all den Jahren unter Android wieder einmal etwas „Neues“ ausprobieren. Ausserdem hat sich Apple endlich von der Notch verabschiedet. Die war mir seit eh und je ein Dorn im Auge und hat mich von einem iPhone abgehalten. Mit der „Dynamic Island“ (die pillenförmige Aussparung), führt Apple nun sogar ein mehr oder weniger nützliches Feature ein.

Kurzum: Nach 12 Jahren wollte ich mir wieder einmal einen eigenen Eindruck von iOS verschaffen.

Warum habe ich mich grad für dieses iPhone entschieden?

Und welches iPhone ist es nun geworden? Oben habe ich schon die „Dynamic Island“ erwähnt, insofern stehen nur noch zwei der neuen iPhones zur Auswahl: Das etwas kleinere iPhone 14 Pro oder das grosse iPhone 14 Pro Max. Da ich Smartphones mit grossen Displays mag, wurde es das Pro Max. Es begleitet mich jetzt seit ein paar Wochen im Alltag.

Oppo Find X5 Pro Rückseite
Das Oppo Find X5 Pro weicht (vorerst) dem iPhone 14 Pro Max | Bild: vybe

So verlief der Umzug von Android zu iOS

Man hört immer wieder Geschichten, wie schwierig es sei von einem Ökosystem zum anderen zu wechseln. Sagen wir es mal so: Ja, es gibt gewisse Hindernisse zu überwinden und hier und da muss man effektiv mit Kompromissen leben können. Wer das nicht kann, der wird den Umzug bzw. den Umstieg von Android zu iOS vermutlich nicht schaffen oder sehr schnell wieder bei Android landen.

Was man vor allem beim Umzug mitbringen muss, ist Zeit (und Geduld). Ja, ein Wechsel von Android zu iOS benötigt merklich mehr Zeit, als ein Wechsel von einem zum anderen Android-Smartphone. Ist ja auch logisch, schliesslich wechselt man zu einem ganz anderen Ökosystem. Ich benötigte insgesamt etwas mehr als zwei Stunden, um das iPhone 14 Pro Max nach meinem Gusto einzurichten. Und das, obwohl ich die App „Auf iOS übertragen“ verwendet habe.

Mithilfe dieser App, die von Apple direkt stammt, lassen sich viele Daten vom Android-Smartphone mehr oder weniger unproblematisch auf das neue iPhone transferieren. Kontakte, Kalender, E-Mail-Konten (Google) und sogar WhatsApp samt der Chatverläufe wurden erfolgreich auf das iPhone 14 Pro Max übertragen. Was hingegen nicht geht, ist das automatische Übertragen der Apps – auch wenn diese im AppStore vorhanden wären. Heisst also, dass alle Apps manuell auf dem neuen iPhone heruntergeladen werden müssen.

Da ich vor 12 Jahren bereits ein iPhone, iPad und iPod im Einsatz hatte, existierte bereits einen Apple-ID. Ich musste also nicht ganz bei Null starten. Erfreulich ist, dass das Google-Konto reibungslos unter iOS funktioniert. Ich synchronisiere meine Kontakte somit weiterhin mit dem Google-Konto. Falls ich mal wieder zurück wechseln möchte, ist das sicher kein schlechter Entscheid. 😉

Auch verwende ich weiterhin Google Fotos, da dort alle meine Aufnahmen der letzten Jahre liegen. Ich habe zwar versucht mittels Google TakeOut die Bilder auch in die iCloud zu bringen. Aufgrund der immensen Datenmenge, die es manuell zu verschieben gilt, habe ich dieses Unterfangen nach mehreren Stunden dann doch für gescheitert erklärt. Neue Fotos, die ich mit dem iPhone mache, landen jetzt sowohl bei Google Fotos, als auch in der iCloud.

Was ich am iPhone bzw. an iOS schätze

Vor dem iPhone 14 Pro Max habe ich das Oppo Find X5 Pro mit Android 12 (ColorOS 12) als meinen Daily-Driver genutzt. Wir sprechen also von einem Flaggschiff-Smartphone, das mit einem blitzschnellen Chipsatz, einem hervorragenden Display und einer ebenso guten Kamera ausgestattet ist. Die Messlatte für das neue iPhone ist somit definitiv nicht tief angesetzt.

Auch wenn das Find X5 Pro zweifelsohne ein sehr leistungsstarkes Flaggschiff-Smartphone ist, wirken die Animationen und ganz generell die Bedienung beim iPhone nochmals flüssiger. Ja, damit wirkt es so, als wäre das iPhone 14 Pro Max in allen Belangen noch etwas schneller unterwegs. Natürlich, das ist mein subjektives Empfinden – wie immer.

Was ich zugeben muss: Viele Apps, die es für beide Betriebssysteme gibt, sehen unter iOS einfach besser aus. Entweder geben sich die Entwickler:innen bei iOS-Apps noch etwas mehr Mühe oder es liegt effektiv am Betriebssystem und an den (strikten) Vorgaben von Apple. Ich würde auch behaupten, dass dadurch die Apps für iOS teilweise intuitiver zu nutzen sind. Ganz abgesehen davon: Es gibt auch ein paar tolle Apps, die weiterhin nur für iOS verfügbar sind.

Wenn wir schon bei den Apps sind: Alle installierten Apps lassen sich vom iPhone löschen. Ja, sogar die hauseigenen Apple-Apps können problemlos komplett deinstalliert werden. Will man sie später dann doch nutzen, können sie einfach über den AppStore erneut installiert werden. Das ist überhaupt kein Vergleich zu Android, wo einige bzw. viele Hersteller ihre Smartphones zusätzlich mit ungewollter Bloatware vollmüllen.

Und dann wären wir beim Ökosystem. Ja, das hat Apple schon sehr gut gemacht. Die verschiedenen Apple-Produkte und -Dienste harmonieren hervorragend zusammen. Android hat in dieser Hinsicht zwar in den letzten Jahren auch etwas aufgeholt, liegt aber nach wie vor klar hinter iOS. Sehr gut gefallen hat mir die Familienfreigabe, womit man problemlos den iCloud-Speicher und gar Abos mit der Familie teilen kann.

Das Apple iPhone 14 Pro Max mit Cover
Bild: vybe

Was mich am iPhone bzw. an iOS nervt

Ich richte meine Smartphones immer genau gleich ein. Das heisst auch, dass alle Apps immer in derselben Reihenfolge auf dem Homescreen landen. Dafür verwende ich ein App-Raster mit jeweils fünf Apps nebeneinander. Unter Android ist das kein Problem, bei iOS hingegen schon. Standardmässig sind immer vier Apps nebeneinander, anpassen lässt uns das Apple leider nicht.

In diesem Zusammenhang auch ärgerlich: Nach wie vor können Apps nicht frei auf dem Homescreen angeordnet werden. Eine Lücke zwischen einer oder mehreren App lassen, geht schlichtweg nicht. Dank der App-Mediathek können nun aber kaum verwendete Apps einfach vom Homescreen verbannt werden und die Widgets sorgen für etwas Abwechslung.

Ja, Android ist zweifelsohne offener als iOS und lässt sich stärker nach den eigenen Wünschen anpassen. Unter iOS ist alles limitierter, obwohl Apple auch in dieser Hinsicht in den letzten Jahren sichtbare Fortschritte erzielt hat. Natürlich finde ich es aber nach wie vor befremdlich, dass ich nicht einfach per Bluetooth ein Foto an ein anderes Smartphone versenden kann, auch finde ich es schade, dass „offiziell“ nur Apps aus dem AppStore heruntergeladen werden können. Diese Einschränkungen gibt es unter Android nicht, dafür muss man insbesondere bei Apps aus fremden Quellen Vorsichtig sein.

Nicht vollends überzeugt mich das neu mit iOS 16 eingeführte Always-on-Display (AOD). Tatsächlich ist so ziemlich die erste Funktion, welche ich auf meinem iPhone deaktiviert habe. Warum? Mich hat es ehrlich gesagt gestört. Ich hatte wirklich immer das Gefühl, ich habe das iPhone nicht korrekt gesperrt. Das kommt nicht von ungefähr, bekanntlich verfolgt Apple einen etwas anderen Ansatz beim Always-on-Display. Denn anders als bei Android wird bei iOS 16 der Bildschirm quasi nur gedimmt und nicht komplett ausgeblendet.

Auch nicht zu überzeugen vermag die dürftige Autokorrektur und Wortvorschläge der Standardtastatur. Natürlich, sie kann deaktiviert werden oder gar gegen eine alternative Tastatur ausgetauscht werden, dennoch hat es mich überrascht, wie schlecht die Standardtastatur in dieser Hinsicht arbeitet. Bei diesem Punkt hat Apple definitiv noch viel Luft nach oben.

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