Google Nest Hub (2. Generation) im Test – innovatives Schlaftracking über Radar

2018 hat Google mit dem Home Hub die erste Generation des smarten Displays vorgestellt und kurz darauf in ausgewählten Regionen auf den Markt gebracht. Die Schweiz gehörte damals wenig überraschend zu Beginn nicht dazu. Erst rund ein Jahr später, war es soweit: Google lancierte den Home Hub (bzw. Nest Hub) auch in der Schweiz.

Vor gut einem Monat hat Google den Start der zweiten Generation auf den 4. Mai für die Schweiz angekündigt, der mit ein paar interessanten Neuerungen daherkommt. Dieser kann ab sofort direkt über den offiziellen Google Store bestellt werden. Kostenpunkt: 99,99 Franken.

Wir konnten den Nest Hub der zweiten Generation über die letzten Woche auf Herz und Nieren testen.

Neuerungen: Mehr Sound und Radartechnologie

Die zweite Generation des Nest Hubs sieht genau gleich aus, wie sein Vorgänger. Das wird von den identischen Abmessungen (H x B x T – 120,4 mm x 177,4 mm x 69,5 mm) unterstrichen. Im neuen Smartdisplay verbaut Google somit wieder ein sieben Zoll Touchscreen-Display mit einer Auflösung von 1024 x 600 Pixel.

Der Lautsprecher ist mit Stoff ummantelt, was dem Nest Hub ganz gut steht. Zu kaufen gibt es den Nest Hub in den Farbvarianten Kreide und Carbon. Google verspricht, dass das Gerät immerhin aus insgesamt 54 Prozent recycelten Kunststoff besteht.

Google Nest Hub der zweiten Generation
Bild: vybe.ch

Auf eine Kamera verzichtet Google weiterhin. Dafür gibt es jetzt sogar drei integrierte Fernfeldmikrofone, bei der ersten Generation gab es „nur“ zwei davon. Ob sich das zusätzliche Mikrofon auch wirklich positiv auf die Spracheingaben auswirkt, erfährst du etwas weiter unten im Abschnitt zum Sprachassistenten.

Äusserlich sind keine Unterschiede auszumachen, dafür unter der Haube. Google spricht von einem besseren Bass des Lautsprechers (ca. 50 Prozent mehr als beim Vorgänger) und integriert darüber hinaus den „Mini-Radar“ namens Soli. Dieser feierte bereits beim 2019er-Smartphone Google Pixel 4 seine Premiere.

Google Nest Hub (2. Gen.) Rückseite
Lautstärke-Wippe, Schiebregler für Mikron (ein/aus) und Stromanschluss | Bild: vybe.ch

Mit Soli kann der neue Google Nest Hub nicht nur mit Handgesten (Motion-Sense) gesteuert werden, sondern der Mini-Radar wird ebenfalls fürs Schlaftracking eingesetzt. Dafür muss das Smartdisplay einfach nur auf dem Nachttisch direkt neben dem Bett gestellt werden.

Der kleine „Mini-Radar“ nimmt nach einer kurzen Kalibrierung Bewegungen und die Atmung wahr. Ergänzend hinzu kommen ein Temperatur- und Umgebungslichtsensor. Mithilfe dieser erstellt der Nest Hub anschliessend einen ausführliche Bericht über die Schlafqualität.

Einrichtung: Gewohnt einfach

Bevor wir uns die Features näher anschauen, werfen wir zuerst einen Blick auf die Einrichtung. Die ist gewohnt einfach. Google Home-App (für Android und iOS verfügbar) auf dem Smartphone installieren und die Schritte des Assistenten folgen.

Der Google Nest Hub verbindet sich anschliessend automatisch mit deinem WLAN-Netzwerk. Unterstützt werden 2,4 und 5 GHz WLAN-Netzwerke.

Sprachassistent: Sehr schnelle Verarbeitung der Befehle

Der Google Assistant funktioniert auf dem Nest Hub ausgezeichnet. Dank dem zusätzlichen Mikrofon, reagiert der Nest Hub sogar noch etwas besser und schneller auf meine Sprachbefehle. Verwende ich beispielsweise den Sprachbefehl „Hey Google, wie wird das Wetter morgen?“, erhalte in Sekundenschnelle eine Antwort und die Grafik auf dem Display dargestellt.

Google Nest Hub (2. Gen.) Wettervorhersage
Wie wird das Wetter? | Bild: vybe.ch

Ebenfalls werden die in Google Assistant eingebundenen Leuchten von Philips Hue sehr schnell ein- und ausgeschaltet. Der Assistant versteht sich mit extrem vielen smarten Produkten anderer Hersteller. Egal ob Leuchten, Alarmanlagen, Saugroboter oder der ähnlichen, man kann inzwischen fast alles via Sprachbefehl steuern.

All die Sprachbefehle werden vom Nest Hub sehr schnell verarbeitet. Im Vergleich zur ersten Generation, den ich weiterhin bei mir im Büro einsetze, geschieht all das einen Zacken schneller. Das dürfte vor allem dem etwas schnelleren Prozessor zu verdanken sein.

Lautsprecher: Weiterhin (viel) Luft nach oben

Ich höre mit meinem Nest Hub häufig Radio, weshalb mir eine mehr oder weniger anständige Soundqualität wichtig ist. Umso mehr war ich gespannt, wie gut sich die zweite Generation mit ihren Verbesserungen (rund 50 Prozent mehr Bass) tatsächlich anhört.

Google Nest Hub (2. Gen.) Musikwiedergabe
Bild: vybe.ch

Im Vergleich zur ersten Generation kann ich festhalten: Ja, der Sound ist wuchtiger und bietet effektiv etwas mehr Bass, dennoch ist er im Vergleich zu einem Sonos Roam nur Durchschnittlich. Ehrlich gesagt, habe ich mir hinsichtlich der neuen Lautsprecher etwas mehr erhofft.

Das Highlight: Schlaftracking via Soli

Zweifelsohne ist das neue Schlaftracking das Highlight der zweiten Generation des Nest Hubs. Es funktioniert erstaunlich gut und liefert am nächsten Morgen ein paar sehr spannende Erkenntnisse über die Schlafqualität. Sie werden direkt in der Google Fit-App dargestellt, wo auch gleich ein paar Tipps & Tricks zur Verbesserung der Schlafqualität geboten werden.

Damit das Schlaftracking genutzt werden kann, muss der Google Nest Hub zuerst einmal kalibriert werden. Das geht dank dem durchdachten Einrichtungsassistenten ganz einfach und sehr schnell. Das Gerät gibt auch ganz genau an, wo es für eine akkurate Messung aufgestellt werden muss.

Google Nest Hub (2. Gen.) Schlaftracking
Bild: vybe.ch

Im Test hat mich das Schlaftracking überrascht – positiv, versteht sich. Der Nest Hub hat den Zeitpunkt des Einschlafens ziemlich genau erfasst und lieferte am Folgetag sehr detaillierte Informationen zur Schlafqualität. Das geht sogar soweit, dass ich darüber erfahre, ob ich in der Nacht geschnarcht oder gehustet habe.

Gestört hat mich der smarte Assistent in der Nacht übrigens nicht. Das Display wird sehr stark abgedunkelt, so dass nur die Uhrzeit dargestellt wird. Will man auch das nicht, kann das Display auf Wunsch sogar komplett deaktiviert werden. Die Mikrofone können überdies mittels Schiebregler auf der Rückseite komplett deaktiviert werden. Allerdings gibt es dann halt keine Rückmeldung zum Schnarchen oder Husten.

Google Nest Hub (2. Gen.) Soli-Radar
Bild: vybe.ch

Das Schlaftracking bietet Google aktuell als kostenlose „Vorabversion“ an. Will heissen, dass möglicherweise im kommenden Jahr ein kostenpflichtiges Abo dazukommen könnte. Noch hat sich Google offensichtlich nicht definitiv festgelegt. Ohne das Schlaftracking, wäre Soli nur halb so viel Wert: Die Gestensteuerung funktioniert, ist jetzt aber kein wirkliches „Killer-Feature“.

Ganz praktisch fand ich neben dem Schlaftracking den Tageslichtwecker. Er weckte mich ganz sanft zur gewünschten Uhrzeit aus meinen Träumen. Dies geschieht nicht etwa mit einem unsäglichen Alarm, sondern mit einem immer heller werdenden Display. So lässt es sich immerhin etwas leichter aufstehen.

Google Nest Hub (2. Gen.) weitere Features
Bild: vybe.ch

Und sonst so?

  • Bilderrahmen: Der Google Nest Hub (2. Generation) eignet sich hervorragend als Bilderrahmen. Einfach die gewünschten Fotos bzw. Alben aus Google Fotos auswählen und schon werden sie darauf angezeigt.
  • Telefonieren via Google Duo: Seit einiger Zeit habe ich keinen Festnetzanschluss mehr zuhause. Wenn ich meine Frau mal wieder auf dem Handy nicht erreiche, kann ich sie via Google Duo auf dem Nest Hub erreichen. Das klappt einwandfrei.
  • Chromecast: Der Google Nest Hub kann auf Wunsch auch Inhalte vom Smartphone wiedergeben, beispielsweise Disney+ oder Netflix. Das funktioniert zwar problemlos, allerdings ist das sieben Zoll Display dafür eher etwas zu klein.
Google Nest Hub (2. Gen.) als Bilderrahmen
Bild: vybe.ch

Das Fazit zum Google Nest Hub (2. Generation)

Im Test hat bei mir vor allem das hervorragende Schlaftracking einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Es funktioniert ausgezeichnet und macht darüber hinaus eine Sportuhr/Fitness-Tracker oder eine spezielle Matte, wie der Withings Sleep Analyzer, obsolet. Bleibt zu hoffen, dass das Schlaftracking auch noch im kommenden Jahr kostenlos ist.

Der Google Assistant läuft auf dem Nest Hub sehr zackig und wird durch gelungene Animationen auf dem Display sinnvoll ergänzt. Das Display dürfte für meinen Geschmack etwas grösser sein und über eine höhere Auflösung verfügen. Der Lautsprecher ist im Vergleich zum Vorgängermodell besser, ja. Aber weiterhin hört er sich einfach etwas (zu) flach an. Hier gibt es weiterhin viel Luft nach oben für die dritte Generation.

Ansonsten ist der Nest Hub der zweiten Generation ein preiswertes Smartdisplay, das sich dank dem hervorragenden Schlaftracking vor allem im Schlafzimmer gut macht.

Bruno Rivas
Hier sollte etwas Spannendes stehen. Wird es auch - irgendwann.

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